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© Bundesheer/Daniel TRIPPOLT

Sport Wintersport
03/13/2019

Langlauftrainer nach Missbrauchsverdacht weiter bei Bundesheer tätig

"Im Rahmen seiner dienstlichen Aktivitäten ist nichts passiert", lautet die Begründung. Die Staatsanwaltschaft prüft Verjährung.

Der ehemalige Langlauftrainer, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden, ist weiter beim Bundesheer in Linz tätig. Er werde aber nicht mit den Sportlerinnen und Sportlern trainieren. Das sei seit vorigen November so und werde so bleiben, sagte Landessportdirektor Gerhard Rumetshofer in den Oberösterreichischen Nachrichten am Mittwoch.

Das Bundesheer leitete noch am Montag ein Disziplinar-Verfahren gegen den Beschuldigten ein. Nach einer Befragung vor einer internen Kommission am Dienstag wurde keine Dienstenthebung vorgenommen, es wird auf eine Suspendierung während der laufenden Ermittlungen verzichtet. Das Verfahren ruht vorerst. "Es gibt aus heutiger Sicht keine Verbindung mit seiner dienstlichen Tätigkeit", begründete Oberst Michael Bauer, der Sprecher des Verteidigungsministeriums, die Entscheidung der Kommission in dem Artikel. Die Sportunion Oberösterreich und der Landesskiverband haben dem Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend alle Ämter entzogen. Als Privatperson dürfte er weiterhin Sportlerinnen und Sportler verschiedener Sparten betreuen, berichtete die Zeitung. Rumetshofer: "Dagegen können wir nichts machen."

Eine der beiden Frauen, die sich in den Medien als Missbrauchsopfer des Trainers geoutet haben, sei bereit mit der Polizei zusammenzuarbeiten, hieß es in der Zeitung. Die Staatsanwaltschaft bekam am Mittwoch einen Bericht der Polizei übermittelt, sagte ein Behördensprecher der APA. Es werde zunächst die Frage der Verjährung geprüft und dann in Absprache mit der Polizei weitere Schritte eingeleitet.

Spam

Eine der beiden Sportlerinnen hatte sich bereits Ende 2017 an die vom Österreichischen Skiverband betraute Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic und eine Anlaufstelle der Sportunion Oberösterreich gewandt, ihre E-Mails blieben aber unbeantwortet. "Die E-Mail ist irgendwo im Spam gelandet", sagte Union-Landeschef Franz Schiefermair am Mittwoch in der Kronen Zeitung.

Im Oktober 2018 wandte sich das Opfer erneut an die Union, wurde von Mitarbeiterinnen gehört. "Wir haben die Informationen sofort an den Skiverband weitergeleitet, den Trainer seiner Funktion in der Landesleitung enthoben." Dass die Vorfälle nicht bei der Polizei und beim Dienstgeber des Betroffenen, dem Bundesheer, gemeldet wurden, kritisierten die jeweiligen Sprecher. "Ohne Anzeige ging wichtige Zeit verloren", wird Polizeisprecher David Furtner zitiert.