Schladming-Sieger als Österreicher? "Ich hätte gerne den Reisepass"
Kristoffersen siegt in Schladming
In Kitzbühel nannte sich Henrik Kristoffersen bei der Startnummernauslosung für den Slalom mit einem Lächeln „der einzige Österreicher in der Top-7-Gruppe“.
Die Moderatoren wussten nicht so recht, ob der Norweger einen Spaß macht oder ob aus seinem schon länger anhaltenden Kokettieren mit Rot-weiß-rot ernst wird.
Tränen der Freude beim Norweger
Nach dem extrem emotionalen Sieg in Schladming und vielen Tränen im Auslauf der eisigen Planai ist klar: Kristoffersen will wirklich Österreicher werden.
Der Rekordhalter beim Nightrace (nach Erfolg Nummer 5) feierte den insgesamt 34. Weltcupsieg ausgelassen. Viel gelöster als den ersten Sieg überhaupt vor genau zwölf Jahren, sowie in den Jahren 2016, 2017 und 2020: „Ich kann nicht sagen, dass es mehr Emotionen waren als bei meiner Hochzeit, aber es sind andere, spezielle Emotionen. Ich kann jetzt sagen: ’Schladming ist mein Haus.’ Die Stimmung und die Fans sind da jedes Jahr unglaublich.“
"Sicher hätte ich gerne den Reisepass"
Der Familienvater, der mit seiner Frau in Ramsau lebt und das zweite Kind im Juni erwartet, erklärt: „Ich wohne seit zehn Jahren in Österreich, meine erste Adresse war bei den Eltern von ÖSV-Alpinchef Christian Mitter in Ramsau.“
Bei der Siegerehrung macht der 31-Jährige, der mittlerweile sehr gut Deutsch spricht, seinen Wunsch offiziell: „Sicher hätte ich gerne den Reisepass. Schauen wir, was in der Zukunft passiert.“
Fix eingeplant war eine lange Partynacht in der Tenne. „Meine Frau hat gesagt, du kannst morgen früh nach Hause kommen.“
Dann wartet die Vorbereitung auf Olympia – als Norweger.
Kristoffersen würde übrigens gerne auch noch für Österreich Medaillen gewinnen. Der 31-Jährige kündigte an, bis zu Olympia 2030 fahren zu wollen. „Das ist mit meiner Frau besprochen.“
Kommentare