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Sport Wintersport
06/01/2020

Heiß auf Eis: Die Rodel-Stars pratzeln durch die Eishalle

Das ungewöhnliche Training soll sich positiv auf die Startzeiten der österreichischen Kunstbahnrodler auswirken.

von Christoph Geiler

Als Martin Hillebrand seine ungewöhnliche Idee präsentierte, mag der eine oder andere österreichische Rodler gedacht haben, der neue Coach wolle sie möglicherweise aufs Glatteis führen. Denn was hat denn ein Kunstbahnrodler schon in einer Eishalle verloren? Warum soll er dort im Flachen herumpratzeln, bis ihm die Hände weh tun?

Doch der erfahrene Start-Trainer, der seit Sommer wieder bei den Österreichern tätig ist, und sein Assistent Peter Penz erhoffen sich von diesen Sonderschichten einiges: In der Eishalle von Telfs simulieren und automatisieren die Kunstbahnrodler das Startmanöver, das in diesem Sport ähnlich wichtig ist wie das Fahrgefühl und ein perfekt abgestimmter Schlitten.

Im Kunstbahnrodeln, wo "die Sekunde in tausend Teile zerhackt wird" (Copyright: ORF-Reporterlegende Sigi Bergmann) kann eine Hundertstelsekunde, die durch ein gelungenes Startmanöver gewonnen wird, über die Medaillen entscheiden. Deshalb spulen die Österreicher gerade dieses intensive und anstrengende Training in der Eishalle ab.

"Durch meine vielen kleinen Verletzungen haben sich in den letzten Jahren einige falsche Bewegungsmuster beim Start eingeschlichen", erklärt Doppel-Weltmeister Wolfgang Kindl. "Es gilt die Technik zu perfektionieren, die Bewegung bestmöglich zu stabilisieren, alles muss mit aus einem Guss kommen. Finger, Handgelenke, Unterarme, Schultern, Rumpf – es darf nichts einknicken, da sonst die Kraft verloren geht.“

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Für einen österreichischen Rodler war dieser Trainingslehrgang die Rückkehr auf das Eis und zur Normalität. Doppelsitzer Thomas Steu hatte sich im Winter bei einem Sturz in Sigulda schwer verletzt, der gebrochene Unterschenkel des Vorarlbergers musste mit zwei Platten und 25 Schrauben fixiert werden. In Telfs saß Steu nun das erste Mal wieder auf dem Schlitten - vorerst allerdings noch ohne seinen Doppelpartner Lorenz Koller.

"Die ersten Einheiten sind erstaunlicherweise gut abgelaufen, ich bin zwar noch etwas steif, habe aber keinerlei Schmerzen - das ist schon mal sehr positiv", sagt Thomas Steu, der dem Weltcup-Auftakt Ende November in Igls entgegen fiebert. "Ich könnte die Platten und Schrauben im Herbst entfernen lassen, doch damit würden der Saisonstart und die Dezember-Rennen wackeln. Ich habe mich deshalb für eine Operation nach der Saison entschieden.“

 

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