Die Capitals-Profis hören auf Dave Cameron

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Sport | Wintersport
03/13/2019

Eishockey-Viertelfinale: Wer soll die Vienna Capitals stoppen?

Dave Cameron formte einen Titel-Favoriten. Seine Capitals starten perfekt vorbereitet in das Viertelfinale gegen Znaim.

Capitals (1. nach der Zwischenrunde) – Znaim (8.)

Es war der Sonntag, 4. November, als den Vienna Capitals gegen Znaim das Eis unter den Kufen davonzuschmelzen drohte. 3:9 stand auf der Anzeigentafel, Fans forderten Konsequenzen, Zeitungen schrieben vom zerrütteten Verhältnis zwischen Trainer Dave Cameron und den Spielern. Doch Manager Kalla blieb ruhig und zog die richtigen Schlüsse. In der Verteidigung wurde mit Mullen eine echte Verstärkung gefunden, mit Starkbaum kam ein zweiter erfahrener Torhüter. Cameron hat die Mannschaft wie kaum einer zuvor perfekt auf das Play-off vorbereitet. Die Top-Spieler wie Schneider, Holzapfel, DeSousa, Tessier und Olden sind zum wichtigsten Zeitpunkt in Top-Form, das Powerplay ist ein echter Vorteil. Aber nicht nur das. Mit Nissner entwickelte sich ein Eigenbauspieler zu einer echten Stütze der Capitals. Der 21-Jährige kam in 54 Partien auf beachtliche 33 Scorerpunkte, zeigte sein Talent auch im Powerplay und verwertete am Sonntag beim 6:5 gegen Salzburg auch den entscheidenden Penalty. Angeschlagen ist nur noch Rotter, der kommende Woche zurückerwartet wird.

Es ist zu erwarten, dass die best-of-seven-Serie nicht lange dauert, wenn die Capitals ähnlich gut spielen wie in den vergangenen Wochen. Die Tschechen haben nur eine Chance: Sie müssen ihre Chancen eiskalt verwerten und im Powerplay viel besser spielen als zuletzt.

Kurier-Tipp: Capitals siegen 4:0

Graz (2.) – Linz (7.)

Die Linzer waren der Wunschgegner der Grazer. Und vermutlich sind sie auch das derzeit schwächste der acht Teams. Die Qualifikation für das Viertelfinale gelang mit fünf Niederlagen in acht Partien nur deshalb, weil die Linzer mit sechs Bonuspunkten in die Qualifikationsrunde gegangen waren. Vor allem das Defensivverhalten der Mannschaft macht es leicht für jeden Gegner. Von Villach, Innsbruck, Znaim und Dornbirn bekam das Team von Headcoach Tom Rowe durchschnittlich vier Treffer pro Spiel. Hingegen hat Graz in den bisherigen 54 Partien immerhin 202 Tore schossen. Das Powerplay der Grazer ist außerordentlich gut. Das einzige Fragezeichen ist, wie die 99ers im Play-off reagieren werden, wenn sehr hart gespielt wird und es zu Provokationen kommt. In den beiden Spielen der Platzierungsrunde gegen die Capitals (3:8, 3:4) zeigten die Grazer, dass sie Probleme haben, wenn der Gegner mit Play-off-Härte spielt. „Wenn wir uns provozieren lassen, dann ist im Viertelfinale Schluss“, warnte Trainer Mason.

Tipp: Graz siegt 4:1

KAC (3.) – Bozen (6.)

Der Dritte aus Klagenfurt hatte die Wahl zwischen Bozen und Salzburg. Obwohl es zuletzt gegen die Salzburger ein 6:2 und ein 6:0 gab, wählte der KAC die Italiener. Dort sind Stammspieler verletzt und durch den Trainerwechsel am Montag herrscht große Unsicherheit, wie das Team künftig auftreten wird. Bei Bozen ist auch Tormann Irving angeschlagen. Der KAC hat große Probleme mit dem Powerplay, die Führungsspieler waren lange auf Tauchstation. Dennoch sollten die Klagenfurter in diesem Duell die Favoritenrolle haben.

Tipp: KAC siegt 4:2

Fehervar (4.) – Salzburg (5.)

In den vergangenen Wochen war Salzburg nach Linz das zweitschwächste Team. Salzburg war mit Siegen gegen europäische Top-Klubs bis ins Semifinale der Champions League gekommen. Doch seither ist das Team nur noch EBEL-Durchschnitt. Ex-Trainer Poss und Nachfolger Brucker beklagten den fehlenden Einsatz mancher Spieler. Doch auch System und Taktik waren zuletzt nicht vorhanden. Von den vergangenen zwölf Spielen wurden neun verloren. Fehervar ist weniger talentiert, hat aber als Mannschaft überzeugt und kam trotz vieler Ausfälle zu einigen Siegen. Mit großem Kampfgeist, defensiver Taktik und einem gut aufgelegten Tormann Carruth ist der Aufstieg ins Semifinale realistisch. Sollte sich Salzburg nicht enorm steigern, dann ist im Viertelfinale Schluss.

Tipp: Fehervar siegt 4:3

Der Modus:

Gespielt wird am Mittwoch, Freitag, Sonntag und Dienstag. Wenn nötig geht es weiter am Freitag (22. März), Sonntag (24.) und Dienstag (26.). Das Team, das vier Siege in einer Best-of-seven-Serie hat, steigt ins Semifinale (ab 29. März) auf. Es gibt keinen Raster, sondern trifft das bestplatzierte Team vor dem Play-off immer auf das am schlechtesten platzierte.

Capitals-Manager Kalla im Caps-TV zur Wahl von Znaim