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Sport Wintersport
05/15/2019

Eishockey-Teamchef Bader nimmt die Top-Spieler in die Pflicht

Am spielfreien Mittwoch sprach der Schweizer über die ersten drei Partien und die Herausforderungen dieser WM.

von Peter Karlik

Drei Spiele, drei Niederlagen. Bei den Gegnern Lettland, Russland und Schweiz ist das keine Überraschung. Und dennoch spürt man bei allen Beteiligten im österreichsichen Nationalteam ein gewissen Unbehagen, dass noch keine Sensation gelungen ist.

Teamchef Roger Bader gab nach dem 0:4 gegen die Schweiz seinen Spielern am Mittwoch frei und strich das Training. "Es ist wichtig, dass sie manchmal ganz weg vom Eishockey kommen. Selbst wenn wir nur leicht trainiert hätten, ist es mental besser so."

Der Schweizer nutzt den Tag für Einzelgespräche und zur Analyse. Ob er seinen Spielern Spielzüge vom Donnerstag-Gegner Schweden zeigt, weiß er noch nicht. "Das kann auch in die falsche Richtung gehen. Von den Russen haben wir auch nichts gezeigt." Und gegen Russland habe sein Team die bislang beste Leistung gezeigt. "Ich habe gehört, dass unsere Leistung in Österreich als brav bezeichnet worden ist. Nein, es war sensationell, wie wir mitgespielt haben. Im Vorjahr haben wir 0:7 gegen Russland verloren und waren komplett chancenlos. Heuer hatten wir alleine im ersten Drittel einige gute Möglichkeiten." 

"Wir hatten in allen drei Spielen gute Momente", sagt Bader. Und genau das gilt es jetzt seinen Spielern zu vermitteln bevor sich die Negativ-Spirale zu drehen beginnt. Bader weiß: "Klar, wenn du verlierst, dann bekommt du kein Selbstvertrauen. Aber es ist bei dieser WM noch nichts passiert, dass wir nicht erwartet haben."

Der Reifeprozess

Österreich durchlebe jetzt einen Prozess, den er aus der Schweiz kenne. "Wir haben in dieser Saison fast nur gegen A-Nationen gespielt. Natürlich verliert man dann mehr. Man merkt, wie im Umfeld und auch bei den Spielern selbst die Erwartungen steigen. Aber das ist ein langer Lernprozess."

In die Pflicht nimmt Bader die vermeintlichen Top-Spieler des Teams. "Sie haben noch Reserven. Wenn wir gewinnen wollen, dann müssen sie unsere besten Spieler sein." Und das waren sie bis dato tatsächlich nicht. Philadelphia-Stürmer Michael Raffl zum Beispiel. "Wir brauchen einen NHL-Spieler auf dem Eis und nicht auf der Strafbank, weil er einem Gegenspieler ins Gesicht schlägt", sagte Bader. Peter Schneider wolle unbedingt ein Tor schießen und verkrampft dabei. Dominic Zwerger ist ein wenig angeschlagen.

Dennoch wirkt Bader sehr entspannt. "Ich habe immer gesagt: Wir sind sechsmal Außenseiter und gegen Italien stehen die Chancen 50:50. Das wird unser Spiel sieben." Das wahrscheinliche Finale im Kampf um den Klassenerhalt steigt am Montag, 20.15 Uhr.