Überragend: Ryoyu Kobayashi schwebte in diesem Winter in anderen Sphären. 

© APA/AFP/JURE MAKOVEC

Sport Wintersport
03/25/2019

Skisprung-Bilanz: Strahlemann Kobayashi, Lichtblick Kraft

In Planica endete mit einem Skifliegen die Saison. Der KURIER zieht Bilanz ...

von Christoph Geiler

Mit einem Skifliegen in Planica wurde am Sonntag die Saison der Skispringer abgeschlossen. Zeit, um die Flugschreiber der Athleten auszuwerten und Bilanz zu ziehen. Wer waren die Skispringer, über die in diesem Winter gesprochen wurde?

Ryoyu Kobayashi

Zu Beginn der Saison war der Vorname des Senkrechtstarters aus Japan den Experten noch nicht leicht über die Lippen gegangen, mittlerweile ist Ryoyu an den Schanzentischen ein geflügeltes Wort. Der 22-Jährige schwebte in diesem Winter in anderen Sphären – 13 Saisonsiege, die kleine Kristallkugel für den Skiflug-Weltcup und sein Coup bei der Vierschanzentournee mit Erfolgen bei allen Bewerben sprechen eine eindeutige Sprache.

Stefan Kraft

Als der Weltrekordhalter im Skifliegen im letzten Herbst bei den Staatsmeisterschaften in Hinzenbach nur auf Rang 23 gelandet war, war ihm zum Heulen zumute. Er habe in der Vorbereitung auf diese Saison die „schwierigste Phase meiner Karriere“ durchgemacht, gestand Stefan Kraft, der im WM-Winter dann nur noch Freudentränen vergießen sollte. Mit vier Saisonsiegen und drei WM-Medaillen in Seefeld sorgte der Salzburger einmal mehr für die Ausrufezeichen. Wirklich beeindruckend ist vor allem die Konstanz des 25-Jährigen: Die letzten fünf Saisonen schloss Stefan Kraft den Gesamtweltcup immer in den Top sechs ab. Diesmal landete der Champion von 2016/’17 in der Endabrechnung hinter Kobayashi auf dem zweiten Platz.

Andreas Felder

Manche waren skeptisch, als der knorrige Routinier zum Chefcoach bestellt wurde. Und nicht nur einmal bekam der 57-jährige Tiroler zu hören und zu lesen, dass er ein Trainer vom alten Schlag sei. Tatsächlich erwies sich Andreas Felder mit seinem pragmatischen und unaufgeregten Zugang zum Skispringen als echter Glücksgriff. Nachdem die Österreicher bei den Olympischen Spielen 2018 noch leer ausgegangen waren, holten sie nun bei der Heim-WM in Seefeld drei Medaillen. Ein Saisonziel haben Felder und sein Team aber trotzdem verfehlt: In der Nationenwertung reichte es hinter Polen, Deutschland und Japan erneut nur zum vierten Rang.

Werner Schuster

Mit dem Rücktritt des Vorarlbergers geht eine erfolgreiche Ära zu Ende, Schuster hat das deutsche Skispringen als Cheftrainer in den vergangenen elf Jahren zu neuen Höhen geführt. Mit drei Goldmedaillen bei der WM in Seefeld (Großschanze, Team, Mixed-Team) war dem 49-jährigen Wahl-Tiroler auch noch ein würdiger Abschluss vergönnt. Verständlich, dass sich viele Verbände die Dienste des Erfolgstrainers sichern wollen. Besonderen Charme hätte eine Konstellation, die Gregor Schlierenzauer vor Jahren schon andachte: Er könne sich ihn gut als seinen Privatcoach vorstellen, hatte er gemeint. Bekanntlich hat Schlierenzauer Schuster viel zu verdanken, der 49-Jährige war seinerzeit der Coach des Tirolers in Stams.

Gregor Schlierenzauer

Der tiefe sportliche Fall des einstigen Überfliegers ist eine der erstaunlichsten Geschichten, die der Sport zu bieten hat. Gregor Schlierenzauer, mit 53 Siegen immer noch der Rekordmann im Weltcup, springt der Konkurrenz und den eigenen Erwartungen immer noch mehr hinterher. Viele Betreuer haben in den letzten Jahren ihr Glück versucht, aber keinem ist es gelungen, Schlierenzauer auf die Sprünge zu helfen, weshalb manche Experten den 29-Jährigen mittlerweile abgeschrieben haben. Noch ist nicht sicher, ob Schlierenzauer die Karriere fortsetzt. „Ich würde es schade finden, wenn er den Hut draufhaut“, sagt Andreas Felder.

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