Antisemitischer Vorfall im Eishockey: Rotter nahm Entschuldigung an

Rafael Rotter
Der 36-jährige Wiener wurde im Spiel seiner Kitzbüheler von einem Lustenauer nach seiner Kippa gefragt. Lustenau und der Spieler entschuldigten sich bei Rotter.

War es Dummheit, Unwissenheit oder tatsächlich Antisemitismus, die einen Lustenau-Stürmer dazu veranlasste, Gegenspieler Rafael Rotter in der 39. Minute des Zweitligaspiels gegen Kitzbühel zu fragen, warum er seine Kippa nicht trägt.

Nach einer Reihe von Beschimpfungen, die im Eishockey üblich sind, war diese Aussage wohl beleidigend gemeint und somit ist der Fall klar.

Die Kippa ist eine runde Kopfbedeckung, die bei der Ausübung der jüdischen Religion von Männern getragen wird.

Rafael Rotter, einer der bekanntesten Eishockey-Spieler Österreichs und seit Sommer in der Alps Hockey League bei Kitzbühel unter Vertrag, sprach in Interviews schon mehrmals  über seinen jüdischen Glauben. Einen solchen Vorfall  erlebte der 36-Jährige in seiner langen Karriere  noch nicht.

Hitzkopf Rotter explodierte auf dem Eis. „Die Lustenau-Spieler haben nur gelacht“, klagt Rotter. Der Routinier bekam eine zehnminütige Disziplinarstrafe, der Lustenauer Dominic Haberl auch. Die Kitzbüheler Adler entschieden sich, die Partie nicht abzubrechen und im Sinne des Sports weiterzuspielen.  Die italienischen Referees haben nichts mitbekommen, vergaben nach dem Tumult nur die zwei Strafen.

Der EHC Lustenau meldete sich am Freitag zu Wort. „Auch intern haben wir ein klärendes Gespräch mit ihm geführt, bei dem wir unsere Position, dass wir solcherlei unbedachten Äußerungen, selbst wenn sie in der Hitze des Gefechts erfolgt sind, in keinster Weise tolerieren.

Für Rotter ist die Sache erledigt. "Der Präsident und der Spieler haben mich angerufen und sich entschuldigt. Damit ist es kein Thema mehr für mich. Ich weiß, dass er kein Rechtsradikaler oder Antisemit ist." 

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