Ein Bild, das Bände spricht: Hirscher vor, alle anderen weit, weit dahinter. 

© APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI / ALBERTO PIZZOLI

Sport Wintersport
12/16/2018

Alta-Badia-RTL: Hirscher lässt seine Konkurrenz verzweifeln

Der Salzburger gewinnt mit 2,53 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Franzosen Fanara.

von Christoph Geiler

Es ist gut denkbar, dass der eine oder andere verzweifelte Langzeitrivale von Marcel Hirscher im letzten Sommer innerlich schon gejubelt hat. In der Hoffnung, dass der ersehnte Zeitpunkt der Wachablöse im Skisport endlich gekommen war.

Er blicke Vaterfreuden entgegen und werde deshalb in Zukunft etwas kürzer treten, hatte der Salzburger Seriensieger da verkündet. „Die Zeiten, in denen sich alles nur um den Sport gedreht hat, die sind vorbei. Das wird es nicht mehr spielen, und ich will das so auch nicht mehr machen“, meinte der siebenfache Gesamtweltcupsieger im Juli und nicht wenige Konkurrenten werden Hirschers Ankündigung damals mit einer Portion Erleichterung vernommen haben. „Meine Prioritäten haben sich verschoben.“

Schritt voraus

Mag ja stimmen, dass sich bei Marcel Hirscher seit Anfang Oktober, seit sein Sohn auf der Welt ist, nicht mehr alles nur ums Skifahren dreht. Das Kräfteverhältnis im Weltcup hat sich dadurch aber augenscheinlich nicht verschoben. „Er ist uns jetzt sogar einen noch größeren Schritt voraus als im letzten Winter“, findet etwa Alexis Pinturault, der Dritte des Riesentorlaufs von Alta Badia. Und dabei spricht aus dem 27-jährigen Franzosen nicht nur Bewunderung, sondern vor allem: Erstaunen.

Woher nimmt Marcel Hirscher bloß diese Energie? Warum unterläuft ihm praktisch nie ein Fehler? Und wie um alles in der Welt soll die Konkurrenz nur die Lücke zum siebenfachen Gesamtweltcupsieger schließen?

2,53 Sekunden lag Marcel Hirscher in Alta Badia vor dem Zweiten Thomas Fanara (FRA). Dieser enorme Vorsprung verblüffte im Ziel sogar den Gewinner, nachdem Hirscher während seiner Siegesfahrt „nicht das beste Gefühl“ hatte. „Ja bist du narrisch, ich hätte nie gedacht, dass ich so weit vorne bin.“

Außerirdisch

Für Hirschers Gegner müssen solche Aussagen zermürbend sein. Mannschaftskollege Manuel Feller, der als Vierter die halbe Ewigkeit von 2,72 Sekunden zurück lag, nahm nach Hirschers sechstem Sieg in Serie auf der Gran Risa in Alta Badia das Wort „Außerirdischer“ in den Mund. „Gerade im Riesentorlauf ist er weit weg von uns. Er fährt dermaßen befreit auf, dem ist’s auch wurscht, wenn’s ihn einmal auf die Papp’n haut. Es wird immer noch schwerer, ihn zu schlagen.“

Nun, da er angekündigt hatte, alles ein wenig langsamer angehen zu wollen und sich nicht mehr von der öffentlichen Erwartungshaltung treiben zu lassen, präsentiert sich Marcel Hirscher stärker denn je. Mit drei Siegen und einem zweiten Platz hat der 29-Jährige gerade den besten Saisonstart seiner Karriere hingelegt. Und wahrscheinlich wird auch der „Makel“ des zweiten Ranges im Riesentorlauf von Beaver Creek noch beseitigt, nachdem der deutsche Sieger Stefan Luitz wohl nachträglich wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert wird.

Ohne Druck

Marcel Hirscher gibt unumwunden zu, dass in den vergangenen Monaten sein Zugang zum Rennsport ein anderer geworden ist. Das Skifahren sei im Moment für ihn fast so etwas wie „Urlaub“, gestand er in Alta Badia.

Der Salzburger macht sich heute nicht mehr so viele Gedanken über Punktestände und Gesamtwertungen und fährt einfach befreit drauf los. „Ich merke, dass der Druck weg ist. Mir wäre es heute egal,wenn ich einmal ausfallen würde. In den letzten Jahren habe ich mir noch oft gedacht: ,Lieber ein zweiter Platz als null Punkte.’“

Diese Risikobereitschaft war Hirscher in Alta Badia auch deutlich anzumerken. „Das ist eines meiner Rennen, das ich mir noch in einigen Jahren oft ansehen werde.“

Endstand:

1.

Marcel Hirscher (AUT)

2:32,29

 

1:17,61

1:14,68

2.

Thomas Fanara (FRA)

2:34,82

+02,53

1:19,51

1:15,31

3.

Alexis Pinturault (FRA)

2:34,98

+02,69

1:19,19

1:15,79

4.

Manuel Feller (AUT)

2:35,01

+02,72

1:18,64

1:16,37

5.

Tommy Ford ( USA)

2:35,08

+02,79

1:19,21

1:15,87

6.

Matts Olsson (SWE)

2:35,10

+02,81

1:18,55

1:16,55

7.

Luca de Aliprandini (ITA)

2:35,43

+03,14

1:20,99

1:14,44

8.

Loic Meillard (SUI)

2:35,60

+03,31

1:19,48

1:16,12

9.

Zan Kranjec (SLO)

2:35,62

+03,33

1:19,16

1:16,46

.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

2:35,62

+03,33

1:19,20

1:16,42

.

Thomas Tumler (SUI)

2:35,62

+03,33

1:19,57

1:16,05

12.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

2:35,70

+03,41

1:19,58

1:16,12

13.

Mathieu Faivre (FRA)

2:35,77

+03,48

1:20,32

1:15,45

14.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2:35,94

+03,65

1:18,94

1:17,00

15.

Gino Caviezel (SUI)

2:36,08

+03,79

1:19,40

1:16,68

16.

Ryan Cochran-Siegle (USA)

2:36,10

+03,81

1:20,51

1:15,59

17.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

2:36,27

+03,98

1:20,29

1:15,98

18.

Thibaut Favrot (FRA)

2:36,31

+04,02

1:20,21

1:16,10

19.

Trevor Philp (CAN)

2:36,45

+04,16

1:21,06

1:15,39

20.

Stefan Luitz (GER)

2:36,60

+04,31

1:19,36

1:17,24

21.

Manfred Mölgg (ITA)

2:36,83

+04,54

1:20,24

1:16,59

22.

Elia Zurbriggen (SUI)

2:36,86

+04,57

1:19,46

1:17,40

23.

Roland Leitinger (AUT)

2:37,24

+04,95

1:20,78

1:16,46

24.

River Radamus (USA)

2:37,40

+05,11

1:21,00

1:16,40

25.

Rasmus Windingstad (NOR)

2:38,76

+06,47

1:20,88

1:17,88

26.

Philipp Schörghofer (AUT)

2:39,24

+06,95

1:20,68

1:18,56

27.

Brian McLaughlin (USA)

2:40,93

+08,64

1:21,06

1:19,87

28.

Pawel Trichischew (RUS)

2:42,09

+09,80

1:20,31

1:21,78

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marco Schwarz (AUT), Stefan Brennsteiner (AUT), Marco Odermatt (SUI)
Disqualifiziert im 1. Durchgang: Magnus Walch (AUT)

Gesamtwertung nach 10 Rennen:

1.

Marcel Hirscher (AUT)

380

2.

Max Franz (AUT)

340

3.

Aksel Lund Svindal (NOR)

333

4.

Mauro Caviezel (SUI)

283

5.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

267

6.

Beat Feuz (SUI)

253

7.

Vincent Kriechmayr (AUT)

240

8.

Kjetil Jansrud (NOR)

228

.

Henrik Kristoffersen (NOR)

228

10.

Christof Innerhofer (ITA)

189

11.

Johan Clarey (FRA)

172

12.

Dominik Paris (ITA)

166

13.

Matthias Mayer (AUT)

156

14.

Hannes Reichelt (AUT)

154

15.

Adrien Theaux (FRA)

153

 

Weiter:

22.

Manuel Feller (AUT)

103

35.

Christoph Krenn (AUT)

60

37.

Christian Walder (AUT)

59

54.

Michael Matt (AUT)

36

56.

Christian Hirschbühl (AUT)

32

59.

Johannes Kröll (AUT)

27

60.

Marco Schwarz (AUT)

26

64.

Johannes Strolz (AUT)

24

72.

Otmar Striedinger (AUT)

19

74.

Philipp Schörghofer (AUT)

18

76.

Roland Leitinger (AUT)

16

86.

Marc Digruber (AUT)

12

102.

Christopher Neumayer (AUT)

4

105.

Romed Baumann (AUT)

3

Riesentorlauf (3):

1.

Marcel Hirscher (AUT)

280

2.

Henrik Kristoffersen (NOR)

148

3.

Matts Olsson (SWE)

140

4.

Alexis Pinturault (FRA)

128

5.

Loic Meillard (SUI)

122

6.

Stefan Luitz (GER)

112

7.

Thomas Fanara (FRA)

103

8.

Tommy Ford (USA)

101

9.

Thomas Tumler (SUI)

89

10.

Mathieu Faivre (FRA)

82

11.

Manuel Feller (AUT)

74

12.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

73

13.

Riccardo Tonetti (ITA)

64

14.

Zan Kranjec (SLO)

63

15.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

56

 

Weiter:

27.

Philipp Schörghofer (AUT)

18

29.

Roland Leitinger (AUT)

16

36.

Johannes Strolz (AUT)

8

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