Doppelter Aigner-Jubel in Cortina: Zwei Goldmedaillen für Österreich

Veronika Aigner fuhr nach turbulenten Tagen mit Neo-Guide Lilly Sammer in der Abfahrt zum Sieg. Bruder Johannes legte wenig später nach und holte ebenfalls Gold.
Veronika Aigner und Lilly Sammer jubelten über Gold.

Es waren turbulente Tage für Veronika Aigner, die sich aber bezahlt machten. Kurz vor den Paralympics musste Schwester und Guide Elisabeth (27) verletzungsbedingt absagen, es begann die mühsame Suche nach einem Ersatz. “Ich habe sehr viel herumtelefoniert”, erzählt die 23-Jährige. Schließlich fiel die Wahl auf Lilly Sammer. 16 Jahre jung und eigentlich Guide für Michael Scharnagl.

Das jüngste Mitglied des österreichischen Teams meisterte die Aufgabe aber mit Bravour, das zusammengewürfelte Duo sicherte sich in der Abfahrt die Goldmedaille. Silber ging an die Italienerin Chiara Mazzel (+0,48 Sekunden), Bronze an Alexandra Rexova (SVK). Für Aigner ist es die bereits dritte Paralympics-Goldene ihrer Karriere, die erste in der Abfahrt.

Beiden fiel danach eine riesige Last von den Schultern. "Wir können heute beruhigt schlafen gehen, weil die letzte Nacht war es nicht der Fall", erzählt Veronika Aigner, "Da sind wir mit 130 Puls im Bett gelegen." Man habe allerdings "von Anfang an im Gespür gehabt, dass das ein Lauf für uns ist." Sie widmete den Erfolg dann auch ihrer Schwester Elisabeth: "Damit ich ihr zeige, wo sie mich hingebracht hat."

Goldener Tag für die Familie Aigner

Nur wenig später legte dann auch Bruder Johannes Aigner nach. Der 20-Jährige wurde seiner Favoritenstellung gerecht und fuhr mit Guide Nico Haberl in der Abfahrt ebenfalls aufs oberste Treppchen. Er verteidigte damit seinen Titel aus Peking. Der Vorsprung war am Ende doch deutlich, die zweitplatzierten Kanadier Kalle Ericsson und Guide Sierra Smith hatten bereits 2:25 Sekunden Rückstand. Platz drei ging an den italienischen Lokalmatadoren Giacomo Bertagnoli mit Guide Andrea Ravelli (+2,56 Sekunden).

Wie schon 2022 peilt Aigner auch in Italien fünf Medaillen aus fünf Bewerben an. Der erste Schritt ist damit bereits gemacht. Österreichs Team legte damit einen perfekten Start in die paralympischen Winterspiele hin.

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