PK "EIN BRIEF AN ZWEI MILLIONEN (SPORTVEREINSMITGLIEDER): WINDTNER/NIESSL/SCHRÖCKSNADEL

Windtner, Niessl und Schröcksnadel kämpfen ums Geld für den Sport.

© APA/HERBERT PFARRHOFER / HERBERT PFARRHOFER

Sport
05/13/2020

Warten aufs Geld: "Politisch gesehen ist der Sport jedem wurscht"

ÖSV-Präsident Schröcksnadel findet drastische Worte, weil die versprochenen Corona-Finanzhilfen noch nicht fließen.

Nach wie vor wartet Österreichs organisierter Sport auf die von der Politik versprochenen Corona-Finanzhilfen. "Zahlreiche Vereine stehen vor dem Aus. Eile ist geboten", mahnte Sport-Austria-Präsident Hans Niessl, der mit ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel und ÖFB-Chef Leo Windtner bei einem Pressetermin am Mittwoch in Wien zwei prominente Mitstreiter an seiner Seite hatte. Mit der ebenfalls am Mittwoch erfolgten Präsentation des mit 700 Mio. dotierten Corona-Hilfsfonds durch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) scheint die "Karotte" für den Sport zumindest näher gerückt. Dass man sich das Geld etwa auch mit der Kultur teilen muss, findet freilich wenig Anklang. "Es ist ein sehr gutes Paket", sagte Niessl. "Aber alles in einen Topf zu geben, halte ich für problematisch", erklärte Burgenlands Ex-Landeshauptmann, der zu lange Wartezeiten fürchtet: "Da ist für einige Vereine Gefahr im Verzug."

Schröcksnadel wies darauf hin, dass der gemeinsame Topf die Gefahr berge, dass sich "Kultur und Sport auseinanderleben, weil jeder um sein Geld kämpft", sagte der Tiroler und monierte einmal mehr die schwache Verankerung des Sport in der Politik: "Wir haben keine echte Vertretung in der Politik. Minister Kogler bemüht sich, aber es ist keine Vertretung, wie man sie im Sport haben sollte und müsste. Politisch gesehen ist der Sport jedem wurscht." Wie schwierig sich die Verhandlungen zwischen u.a. dem Sport auf der einen und dem Finanzministerium gestalten, wollte etwa Kogler am Dienstag gar nicht verhehlen. Man sei sich "mit den Beamten im Finanzministerium nicht immer einig", hatte er am Vormittag erklärt - und das werde "wirklich schon bald ärgerlich".

Für so manchen Verein könnte diese Situation freilich auch existenzbedrohend Wirkung haben, meinte Windtner. "Im Notfall ist nur rasche Hilfe wirksame Hilfe", betonte der Oberösterreicher, der in seinem Bereich großen Bedarf an schnellem Geld ortete. "Wir haben Hunderte, ja Tausende Notfälle anstehen. Wir müssen verhindern, dass wir in einem Jahr die Sportlandschaft nicht mehr wiedererkennen." Wie dringend es ist, zeigt wohl auch die Ankündigung eines eigenen ÖFB-Notfallfonds für "kleine Vereine", dessen Details noch diese Woche bekanntgegeben werden sollen.

Damit der Druck auf die Politik nicht nachlässt, verfasste Sport Austria einen offenen Brief an alle - rund zwei Millionen - Mitglieder der österreichischen Sportvereine. "Eigentlich sollten also Hilfszahlungen (...) bereits fließen. (...) Deshalb gilt es jetzt, umso mehr darauf zu drängen, dass der Hilfstopf für gemeinnützige Organisationen schnell in die konkrete Umsetzung kommt und Beantragungen und erste Auszahlungen noch im Mai stattfinden können", heißt es dort.

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