Potapowa will sich dem Boykott der Tennis-Stars nicht anschließen
Potapowa fühlt sich in Paris sehr wohl
Sie gilt als Österreichs größte French-Open-Hoffnung, auch wenn sie Rot-weiß-rot erst seit diesem Jahr vertritt. Doch Anastasia Potapowa hat sich mit starken Auftritten in der Sandplatzsaison zu einer echten Kraft entwickelt und damit auch eine Setzung in Paris erhalten. Die als Nummer 28 eingestufte Potapowa könnte bei programmgemäßem Verlauf in Runde drei Titelverteidigerin Coco Gauff fordern. Zunächst wartet aber am Montag einmal die erste Hürde Maya Joint aus Australien.
Manche Spielerinnen schauen sich die Auslosung nur von Runde zu Runde an - oder geben es zumindest vor. Potapowa kennt ihr Los genau. "Ich habe davor keine Angst, weil das ist unser Leben. Offensichtlich ist es keine einfache Auslosung", gestand sie am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit ihrer Pudelhündin "Baby" auf dem Schoß. "Wenn wir auf die Turniere in Madrid und Rom zurückschauen, haben wir viele Überraschungen gesehen", sagte sie und meinte aber wohl auch sich selbst. Potapowa war in Madrid bis ins Halbfinale und in Rom ins Achtelfinale vorgedrungen.
Noch ein langer Weg bis in die dritte Runde
Auf ein mögliches Duell mit US-Star Gauff will sie freilich noch nicht eingehen. "Es gibt noch viel Arbeit vor der dritten Runde. Ich bin nicht mal sicher, ob ich dort sein werde." Denn auch ihr erstes Match gegen Joint, die im jüngsten Ranking zwar auf Platz 52 zurückgefallen ist, ist dennoch nicht das leichteste Auftaktlos. "Sie wurde knapp nicht gesetzt", weiß Potapowa.
Potapowa liebt Paris
Die Stadt an der Seine hat es Potapowa angetan. "Ich bin jedes Jahr sehr aufgeregt, hierherzukommen. Ich mag dieses Turnier am liebsten in der ganzen Saison. Ich mag Sand, ich mag Paris und alles hier", schwärmte sie. In gewisser Weise erwarte sie nach ihrer tollen Sandsaison nun auch viel von sich. "Aber gleichzeitig bin ich bereit zu lernen, und was immer passiert, wird es mich für die Zukunft nicht stoppen."
Befindet sie sich vielleicht sogar in der besten Form ihres Lebens? "Ja, das kann ich sicher sagen, trotz der Verletzung zu Saisonbeginn, die mich etwas zurückgehalten hat." Reife und persönliches Wachstum der vergangenen Jahre hätten dazu beigetragen. Die Paris-Achtelfinalistin 2024, die übrigens ihr insgesamt 25. Major bestreitet, attestiert sich eine "komplett neue Einstellung und einen anderen emotionalen Zugang".
Medienboykott bei French Open "Blödsinn"
Den von den Topspielern initiierten kleinen Medienboykott bei den French Open anlässlich der Preisgeld-Diskussion unterstützt Potapowa nicht. Zur Erklärung: Sabalenka, Sinner und Co. haben ihre gesamte Medienzeit, also für TV, Radio und Presse, auf nur 15 Minuten reduziert. "Ihr habt nichts mit unserem Preisgeld zu tun, ihr bezahlt uns ja nicht, oder? Für mich ist das ein bisschen Blödsinn. Hier bin ich und rede mit euch", sagte Potapowa lächelnd.
Gute Laune bringt ihr auch ihre Hündin "Baby", die sie u.a. auch schon in Linz mitgebracht hatte. "Sie bringt mir ein bisschen Extra-Glück, überhaupt im Hotel, da ist eine andere Atmosphäre im Raum. Für mich ist sie ein Glücksbringer."
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