Tennis-Stars in Linz: Was Sie über das WTA-500 wissen müssen
Mirra Andrejewa
Linz ist ziemlich am Sand. Erstmals wird beim Upper Austria Ladies auf diesem Belag gespielt, mit dem Turnier startet praktisch die Sandplatz-Saison. Man hat gut getan, den Termin von Ende Jänner unmittelbar nach den Australian Open auf April zu legen. „Der Termin ist perfekt, war der alte Termin doch mit ziemlichen Reisestrapazen verbunden“, sagt Anastasia Potapowa, die erstmals als Österreicherin antritt – als Russin hatte sie 2023 gewonnen.
Sie ist nicht der einzige Baustein der 35. Ausgabe, die noch mehr von Frauen-Power beherrscht wird. Worauf können sich die Fans freuen:
- Quartett: Erstmals seit 2008 werden vier Österreicherinnen im Hauptbewerb vertreten sein. Die Top-100-Spielerinnen Julia Grabher und Anastasia Potapowa rutschten fix in den Hauptbewerb, Lilli Tagger und Sinja Kraus, die knapp dahinter liegen, erhielten von Turnierchefin Sandra Reichel Wild Cards. Im Vorjahr gab es das Duell Potapowa gegen Grabher in Runde eins – die damalige Russin siegte klar 6:2, 6:2.
Und dieses Mal könnte es tatsächlich klappen mit einem Match-Sieg einer Österreicherin seit 2013 – damals kam die Tirolerin Patricia Mary-Achleitner ins Viertelfinale. 2008 waren übrigens die Lokalmatadorinnen Sybille Bammer und Melanie Klaffner dabei sowie die Vorarlbergerinnen Yvonne Meusburger und Tamira Paszek. Ins Finale schaffte es noch keine Österreicherin. Judith Wiesner (1993, 1997), die heutige Turnierbotschafterin Barbara Schett (1994) und Beate Reinstadler (1995) schafften es zumindest ins Halbfinale.
Weltstars: Ein Blick auf die Siegerliste zeigt, dass dieses Turnier Weltformat hat: Lindsey Davenport, Maria Scharapowa, Mary Pierce, Aryna Sabalenka ist nur ein kleiner Ausschnitt. Auch Coco Gauff steht drauf – der US-Star gewann 2019 mit 15 ihr erstes Turnier.
Mit Serena Williams wäre auch die beste Spielerin der Geschichte fast gekommen, sagte aber mehrmals ab – 2010 so kurzfristig, dass sie sogar schon gelost war.
- Topspielerinnen: Auch heuer kann sich die Teilnehmerinnenliste beim WTA-500 sehen lassen, zumindest eine Grand-Slam-Siegerin ist zu bestaunen: Die Lettin Jelena Ostapenko (French Open 2017) ist eine der Favoritinnen auf den Siegerscheck in der Höhe von 161.310 Euro. US-Lady Slone Stephens, die 2017 die US Open gewann, muss aufgrund des starken Feldes in die Qualifikation. Die US-Open-Siegerin 2021, die Britin Emma Raducanu, sagte genauso ab wie die Tschechin Marketa Vondrousova, Wimbledon-Siegerin 2023. Dafür kommen Russlands Jungstar Mirra Andrejewa (18), Nr. zehn der Welt, und die Spanierin Paola Badosa.
- Powerfrauen: Nicht die einzigen starken Frauen, die beim Turnier Akzente setzen sollen. Am 8. April geht die Sport-Konferenz „Advantage Ladies“ im Design Center in ihre vierte Auflage. „Wir wollen Frauen noch sichtbarer machen im Sport“, sagt Sandra Reichel. Als Botschafterin fungiert dieses Mal Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock. Tennistrainerin Judy Murray, die sich seit Jahren für Gleichberechtigung und strukturelle Veränderungen im Sport einsetzt, hält einen Vortrag.
- TV: ORF Sport Plus überträgt ab Dienstag (7. April). Lilli Taggers Partie am Dienstag (16 Uhr) sowie das Finale laufen auf ORF1.
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