Jürgen Melzer spricht vor Davis-Cup-Duell mit Japan von "50:50-Partie"
Treffen beim KURIER: ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda, ÖTV-Boss Martin Ohneberg, Jürgen Melzer, Sebastian Ofner und KURIER-Geschäftsführer Richard Grasl
Bereits am Freitag hebt das „KURIER Austria Davis Cup Team“ ab, um den Höhenflug des Vorjahres fortzusetzen. Nach Japan geht die Reise, nach Tokio. Und sollte im guten Fall in die 2. Qualifikationsrunde der Weltgruppe führen. Am 6. und 7. Februar wird das Team von Kapitän Jürgen Melzer nicht zwingend als Außenseiter, aber auch nicht als Favorit in die Partien gehen.
Sport Talk mit Ofner, Ohneberg und Melzer
„Ich freue mich darauf, dass wir alle wieder zusammenkommen und eine Aufgabe vor der Brust haben, die zwar schwer, aber definitiv lösbar ist. Ich sehe es als 50:50-Partie“, sagt Melzer, der nicht mit Altstar Kei Nishikori rechnet. „Er hat 2026 bisher bei allen Turnieren rausgezogen.
Aber klar, wenn er vielleicht im entscheidenden Einzel eingesetzt wird, ist es für die Japaner sicher nicht negativ.“ Eher anzunehmen aber, dass Shintaro Mochizuki (Nummer 112), der in der ersten Runde der Australian Open Stefanos Tsitsipas einen Satz abgenommen hat, und Yoshihito Nishioka (Nr. 115) sich das Racket schnappen.
Sicher dabei ist erstmals seit zwei Jahren wieder Sebastian Ofner. Und er freut sich auf die Aufgabe. „Es ist immer schön, dabei zu sein. Die Stimmung ist immer gut“, sagt Ofner im Sport Talk von KURIER.TV und blickt noch einmal auf seinen Fauxpas in der 2. Qualirunde der Australian Open zurück, als er bei 7:1 im entscheidenden Tiebreak zu früh jubelte und verlor.
Fehler des Schiedsrichters
„Freilich ist es meine Schuld, aber der Schiedsrichter hätte ein Match-Tiebreak ankündigen müssen. Er hat nur Tiebreak gesagt. Danach war bei mir die Anspannung sehr hoch, Chancen waren dennoch da.“ Auf einen Protest verzichtete der 29-jährige Steirer. „Das hätte nichts gebracht.“ Neben Ofner werden Jurij Rodionov, Lukas Neumayer sowie die Doppel-Asse Lucas Miedler und Alexander Erler die rot-weiß-roten Fahnen vertreten. Nicht dabei ist mit Filip Misolic, Österreichs einziger Top-100-Mann. Melzer: „Seine Form war zuletzt überschaubar, auf Hartplatz hat er auch Schwächen. Die meisten Punkte hatte er im Vorjahr in der ersten Jahreshälfte auf Sand geholt.“
Nicht dabei sind auch Österreichs Schlachtenbummler. „Aber es werden Österreicher im Publikum sitzen“, sagt Melzer. Im Ariake Coliseum werden 8.000 Fans erwartet.
Auch ÖTV-Präsident Martin Ohneberg, der im April bei der Generalversammlung nicht mehr antritt, wird drinnen sitzen. „Es wird aber nicht meine letzte Reise zum Davis-Cup-Team sein, als Fan werde ich sicher wieder kommen“, verspricht der 54-Jährige, der sich nach seiner Präsidentenschaft ganz um seine Firma und andere Aufgaben kümmern möchte. „Mir hat die Arbeit extrem viel Spaß gemacht. Es war das Gefühl, dass es jetzt der richtige Moment ist.“
Sollten die Österreicher gewinnen, wartet im September ein Heimspiel. Es ist anzunehmen, dass die Belgier kommen werden. „Die Bulgaren sind ohne Grigor Dimitrow krasser Außenseiter“, sagt Melzer, der aber sonst gar nicht gern daran denkt. „Jetzt müssen wir einmal in Japan unsere Aufgabe lösen“, sagt Österreichs Davis-Cup-Rekordspieler (78 Matches).
Und das soll auch mit Spaß gelingen, „Teambuilding“ ist seit Melzers Antritt als Kapitän (2022) kein leeres Wort. Am Sonntag werden bei einem Samurai-Termin die Schwerter geschwungen.
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