© EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sport Tennis
10/25/2021

Tennis in Wien: Heiße Ballwechsel neben dem Eistraum

Am ersten Tag der Erste Bank Open begann das Geschäft auf dem Heumarkt und in der Stadthalle zu florieren. Vieles ist ungewohnt.

von Harald Ottawa

„Aber die Schlittschuhe bleiben draußen!“

Ein Herr reiferen Jahrgangs war freilich eine Ausnahme-Erscheinung. Dieser wollte sich doch tatsächlich aufs Glatteis begeben, landete stattdessen beim Eingang zum neuen Tennis-Stadion, das man für die Erste Bank Open hinbaute. Die anderen Besucher, die am Montag gegen 14 Uhr die ersten Aufschläge bewundern wollten, waren indes richtig, verwechselten den Platz des Wiener Eislaufvereins, den es ja doch schon ein paar Jährchen gibt (seit 1867), nicht mit der neuen Attraktion auf dem Heumarkt.

Sie wussten genau, wo sie sind. „Ich bin erstens Tennis-Fan und zweitens war ich gespannt, wie das hier aussieht. Ich war auch schon beim Beachvolleyball“, sagte ein Familienvater mit Querverweis auf die EM im Sommer.

„Günstige Gelegenheit“

„Das ist eine günstige Gelegenheit“, sagte er. 10 Euro pro Person für zwei Stunden hochklassigen Tennissport sind immerhin kein Betrag, mit dem man sich in Unkosten stürzt. Ein Mit-Dreißiger nahm seinen Sohn und die Gelegenheit beim Schopf. „Wir sind richtige Tennisfans.“ Ein anderer kam allein, „weil ich hier ums Eck arbeite und Fan bin. Und zehn Euro ...“

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Einige Stunden später war er ein paar Euro mehr los, weil er die zwei Stunden überzogen hatte, das tat aber der Freud’ keinen Abbruch. „Das weltbeste Doppel zu sehen und dann auch noch Stefanos Tsitsipas – was gibt es Besseres.“Das weltbeste Doppel spielte übrigens ab 14 Uhr am „Glaub-an-Dich-Court“ noch fast vor leeren Tribünen, die sich erst langsam füllten. Die Kroaten Mate Pavic und Nikola Metkic siegten dennoch. Wenigstens konnten die Fans sie hautnah sehen.

„I am a Player“

Damit ist gemeint, dass sich Tennis-Stars und Zuschauer den selben Eingang teilen. Davon musste sich kurz nach Startschuss der belgische Profi Sander Gillé überzeugen. Der ist zwar mit seinem Partner in der Doppel-Qualifikation ausgeschieden, steht aber bereit, wenn ein Team zurückzieht. „I am a Player“, sagte er einem Offiziellen, als man ihn höflich zur Kasse bitten wollte. Eintreuer Tennis-Fan zahlte, und das sehr gerne. „Das ist hier wirklich eine Okkasion. Aber ich habe auch teurere Karten für die Stadthalle.“

Dort trafen gegen 14 Uhr auch die ersten Gäste ein. Und es macht vielen nichts aus, dass er, der Lokalmatador nicht kommen wird. „Wir sind wegen Tennis hier. Schade um Thiem, aber es gibt auch so Spitzensport zu sehen“, sagt eine Dame. Trotz des fehlenden Lokalmatadors kam eine Gruppe aus Salzburg. „Da sind die besten Spieler der Welt hier. Thiem werden wir nächstes Jahr wieder sehen.“

„Dennis-Day“

Tennis-Fans, die jedes Jahr kommen, müssen sich auf jeden Fall umstellen. Denn wie der heutige Tag getauft wird, steht noch nicht fest. Wo sich der Dienstag doch so schön in Thiems-Day verwandeln ließ. Man könnte diesen Tag auf Österreichs zweitenbesten Spieler namens Novak umbenennen. „Dennis-Day hätte ja auch etwas“, schlug ein Besucher aus dem Burgenland vor.

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