FILE PHOTO:  Brazil's Sergio Cabral, Governor of Rio de Janeiro, and Eduardo Paes, Rio de Janeiro city Mayor, celebrate after Rio was chosen to host the 2016 Olympic Games in Copenhagen

Da ging nicht alles mit rechten Dingen zu: Sergio Cabral (li.) gab Bestechung zu. 

© REUTERS / Pawel Kopczynski

Sport

Rios Ex-Gouverneur gab Stimmenkauf vor Olympia 2016 zu

Unter mit insgesamt zwei Millionen Dollar bestochenen Delegierten sollen auch die Russen Bubka und Popow gewesen sein.

07/05/2019, 12:52 PM

Der Ex-Gouverneur von Rio de Janeiro, Sergio Cabral, hat eingerĂ€umt, vor Olympia 2016 in Brasilien Delegierte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bestochen zu haben. Cabral sagte am Donnerstag vor einem Bundesrichter aus, u.a. den frĂŒheren ukrainischen Leichtathleten Sergej Bubka und den russischen Ex-Schwimmer Alexander Popow geschmiert zu haben, um die Spiele nach Rio zu holen.

Die Schmiergeldzahlungen in Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Dollar (knapp 1,8 Millionen Euro) seien mit Hilfe des frĂŒheren Chefs des Leichtathletikweltverbands, Lamine Diack, arrangiert worden, sagte Cabral laut brasilianischen Medienberichten weiter aus. Der frĂŒhere NOK-PrĂ€sident und Olympia-Organisationschef Carlos Arthur Nuzman habe ihm gesagt, dass Diack "offen fĂŒr unangemessene Vorteile" sei.

Um die Abstimmung im Jahr 2009 ĂŒber die Vergabe des Olympia-Austragungsortes zu beeinflussen, floss laut Cabral unter anderem Geld an die Sportlegenden Bubka und Popow. Das Geld sei von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Soares an Papa Massata Diack, Lamine Diacks Sohn, ĂŒberwiesen worden.

Dementis 

Cabral sitzt seit Ende 2016 im GefÀngnis. Ihm werden zahlreiche Korruptionsvergehen wÀhrend seiner Amtszeit von 2007 bis 2014 zur Last gelegt. Diack und sein Sohn soll im Zuge eines Doping- und Korruptionsskandals in der Leichtathletik der Prozess gemacht werden. Dabei geht es um die Vertuschung von DopingfÀllen russischer Athleten.

Vor dem Gericht gab Cabral weiter an, dass Brasiliens damaliger PrĂ€sident Luiz Inacio Lula da Silva und der damalige BĂŒrgermeister von Rio, Eduardo Paes, von den Schmiergeldzahlungen gewusst hĂ€tten, in die Bestechung aber nicht direkt verwickelt gewesen seien. Die AnwĂ€lte der Beiden weisen ebenso wie Nuzmans Verteidigung Cabrals Aussagen zurĂŒck.

Popow versicherte am Freitag, keinerlei Bestechungsgelder erhalten zu haben. Er habe zwar an dem Votum des IOC in Kopenhagen teilgenommen, aber nicht fĂŒr Rio gestimmt, sagte der Ex-Schwimmer der russischen Nachrichtenagentur R-Sport. "Ich weiß nicht, was ich tun soll", sagte Popow weiter. "Jemand belĂŒgt hier jemanden, und das ist sehr ernst."

Auch Bubka Ă€ußerte sich. Der frĂŒhere Stabhochsprung-Weltrekordler wies "die falschen Anschuldigungen des Gouverneurs von Rio komplett zurĂŒck". Dieser verbĂŒĂŸe aktuell eine lange Strafe wegen Korruption. Bei der Abstimmung 2009 hatte sich Rio gegen die Mitbewerber Madrid, Chicago und Tokio durchgesetzt.

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