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Sport
07/01/2022

Doping-Razzien in sechs Ländern gegen das Rad-Team Bahrain-Victorious

Interpol bestätigte Einsätze, Verhöre und Beweismittelsicherung.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat Doping-Ermittlungen im Rahmen der Tour de France bestätigt. In einer Mitteilung am Freitag hieß es, dass zwischen dem 27. und 30. Juni 14 Durchsuchungen in sechs Ländern stattgefunden hatten, drei Personen verhört und Beweismaterial sichergestellt worden sei. Wohnungen von Fahrern und Teammitgliedern in Belgien, Spanien, Kroatien, Italien, Polen und Slowenien wurden durchsucht. Die Leitung hatte die Staatsanwaltschaft Marseille.

Zwar nannte Europol das Team Bahrain-Victorious nicht, doch der Rennstall selbst hatte sowohl am Montag als auch am Donnerstag Durchsuchungen bestätigt. Laut der Zeitung "Le Parisien", die sich auf die Staatsanwaltschaft Marseille beruft, wurden Telefone, Computer, Speichermedien sowie verschreibungspflichtige Medikamente beschlagnahmt. Die Wohnungen des slowenischen Managers Milan Erzen, des polnischen Teamarztes Piotr Kosielski, des französischen Pflegers Barnabé Moulin seien durchsucht wurden. Zudem räumte der italienische Profi Damiano Caruso gegenüber "Cyclingnews" ein, dass sein Haus auf Sizilien durchsucht worden sei.

Caruso geht in diesem Jahr als Co-Kapitän des Teams in die Tour de France. Im vergangenen Jahr war der 34-Jährige nicht bei der Frankreich-Rundfahrt. Damals wurde das Teamhotel des Rennstalls in den Pyrenäen durchsucht. Dabei wurden nach Angaben von Fahrern auch Handys beschlagnahmt. Ein Ergebnis der Ermittlungen steht aus. Bisher ist gegen keinen Fahrer ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, noch wurden Sperren verhängt. Bahrain-Victorious hatte bei der vergangenen Tour die Teamwertung sowie drei Etappen durch den Slowenen Matej Mohoric (SLO) und Dylan Teuns (BEL) gewonnen.

Damals gehörte auch Marco Haller zum Tour-Aufgebot, mittlerweile fährt der Kärntner für das deutsche Bora-Team. Weiterhin in Diensten der Mannschaft steht Hermann Pernsteiner, der Niederösterreicher gehört aber auch heuer nicht zum Kader der Frankreich-Rundfahrt.

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