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Sport Motorsport
04/29/2021

Helmut Marko: "Unter Druck passieren auch Hamilton Fehler"

Der Motorsportberater von Red Bull über das Duell von Verstappen mit dem Weltmeister und die Rückkehr der Fans in Spielberg.

von Philipp Albrechtsberger

1:1 steht es an Rennsiegen, 1:1 bei den Polepositions. Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes und Red-Bull-Pilot Max Verstappen dürften auch beim Grand Prix von Portugal (Sonntag/16 Uhr MESZ) das Tempo vorgeben. Der Grazer Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, 78, ist vor dem dritten WM-Lauf zuversichtlich.

KURIER: Mit welchen Erwartungen ist Ihr Team nach Portugal gereist?

Helmut Marko: Wir haben aufgeschlossen zu Mercedes, glauben aber, dass die Silberpfeile weiter leicht im Vorteil sind. Man braucht sich nur die schnellste Runde von Hamilton in Imola anzusehen. Da erkennt man, welches Potenzial in diesem Auto steckt. Unser Status ist klar: Wir attackieren.

Mercedes schiebt die Favoritenrolle Red Bull zu ...

Das ist das übliche Geplänkel von denen. Wir kennen sie mittlerweile ja auch schon ein Weilchen.

Experten schwärmen vom Duell Verstappen vs. Hamilton. Ihre Meinung dazu?

Endlich hat Hamilton echte Konkurrenz. Und man sieht sehr schön, dass unter Druck Fehler passieren. In den vergangenen Jahren war Mercedes nie gezwungen, ans Limit zu gehen.

Was hebt die beiden vom Rest des Feldes ab?

Sie ragen einfach in jeder Situation und unter allen Umständen heraus. Bei Charles Leclerc scheint es, als könnte er in diese Liga auch aufsteigen, aber dazu hat Ferrari einfach nicht das Auto derzeit. Wir sind allerdings auch überzeugt, dass unser zweiter Fahrer Sergio Pérez bald ganz oben mitmischen wird.

Der Mexikaner kam neu zum Team. Wie zufrieden sind Sie bisher?

Sehr zufrieden. Dass er im ersten Rennen aus der Boxengasse startend noch Fünfter wurde, beweist sein Potenzial. Ebenfalls das starke Qualifying in Imola. Es ist nie einfach, neu in ein Spitzenteam zu kommen und sich gleich mit Verstappen messen zu müssen. Aber die Tendenz stimmt.

Wie steht Red Bull zu den Sprintrennen, die ab Sommer bei drei GPs die Startaufstellung bestimmen?

Uns gefällt die Idee. Wir sind mit dem Red-Bull-Ring auch Veranstalter, dadurch wird ein Rennwochenende massiv aufgewertet. Formel 1 ist Show, wir leben vom Publikum. Wir müssen den Leuten an allen Tagen etwas bieten können. Das war mit den Trainings am Freitag nicht der Fall. Die Sprintrennen sind ein guter Versuch.

Einige befürchten, dass manche im Sprintrennen nichts riskieren werden, um sich das Auto nicht zu ruinieren.

Das kann ich mir kaum vorstellen. Wer am Samstag dahinbummelt, hat ganz schlechte Karten für den Grand Prix am Sonntag.

Auch 2021 ist von der Pandemie geprägt. Merkt man Unterschiede zum Vorjahr?

Kaum. Es fehlt einfach das Flair im Fahrerlager. Aber die Aussicht stimmt uns positiv. Aus England hört man, dass Silverstone (18. Juli; Anmerkung) ein halbwegs normales Rennen wieder werden kann mit vielen Fans.

Und der Grand Prix in Spielberg zwei Wochen davor?

Die Gespräche mit der Politik laufen. Wenn die Prognosen mit dem Impffortschritt stimmen, wird Spielberg mit Publikum stattfinden. Unklar ist, in welchem Ausmaß. Wir haben aber schon letztes Jahr mit dem Saisonstart gezeigt, dass wir passende Konzepte erarbeiten und umsetzen können.

Mit dem Ausstieg von Honda am Ende der Saison übernimmt Red Bull nun auch die Weiterentwicklung der Motoren, ab 2025 will man erstmals eigene Triebwerke konstruieren. Wie groß ist die Herausforderung?

Das ist das größte Projekt seit dem Einstieg in die Formel 1 im Jahr 2005. Kein anderes Privatteam könnte das stemmen. Wir bauen auf dem Red-Bull-Campus bis April nächsten Jahres eine Halle zur Motorenfertigung um und rekrutieren gerade massiv Personal. Auch Mercedes haben wir Leute abgeworben. Das heißt auch: Wir bleiben der Formel 1 wohl noch länger erhalten.

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