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Sport Motorsport
06/18/2020

Rassismus? Helmut Marko wurde zum Opfer von Fake-News

Lewis Hamilton rückte den Österreicher in die Nähe der Fremdenfeindlichkeit. Zu Unrecht, wie sich rasch herausstellte.

von Florian Plavec

Einige Stunden lang gingen am Mittwochnachmittag die Wogen hoch. Entwickelt sich zwei Wochen vor dem Start der Saison gar ein kalter Krieg in der Formel 1? Auf Instagram hatte jedenfalls der sechsfache Weltmeister Lewis Hamilton ein Posting abgesetzt, das Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko in ein sehr schlechtes Licht rückte.

"Helmut, es macht mich traurig, dass du den Kampf schwarzer und farbiger Menschen um Gleichberechtigung als Ablenkung betrachtest. Ehrlich gesagt, tut mir das ziemlich weh", schrieb Hamilton in Bezug auf die aktuelle Black-Lives-Matter-Bewegung. "Wach auf. Dieser Sport muss sich ändern."

Hamilton bezog sich mit seinem Posting auf Aussagen, die Helmut Marko am 5. Juni in einem Interview mit RTL gesagt haben soll. Während sich sein Red-Bull-Star Max Verstappen voll auf das erste Rennen in Spielberg konzentriere, lasse sich Hamilton durch die Diskussionen um Rassismus ableiten.

Doch Hamilton war einer Fake-News-Seite aufgesessen, die an dieser Stelle ganz bewusst nicht genannt wird. Zwar hat Marko tatsächlich RTL ein Interview gegeben, er hat allerdings niemals eine solches oder ein ähnliches Zitat abgegeben.

Fassungslos

Wie motorsport-total.com berichtet, hat die Aufregung Marko vier Stunden Zeit gekostet. Der 77-Jährige sei im ersten Moment perplex gewesen: "Ich bin aus allen Wolken gefallen." Da er sich nicht an jedes einzelne Interview erinnern könne, wurde RTL gebeten, im Archiv das Interview zu prüfen. Spätestens dann war gesichert, dass Marko diese Aussagen nie getätigt hat.

Daraufhin schickte Red-Bull-Teamchef Christian Horner eine SMS an Lewis Hamilton, der das Posting umgehend löschte. Gegen die Plattform, die die Fake-Zitate verbreitet hat, will Red Bull rechtlich vorgehen. Der Artikel wurde mittlerweile offline genommen.

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