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Sport Motorsport
05/08/2020

Karriere oder Familie? Ferrari-Star Vettel auf dem Scheideweg

Ferrari will den Weltmeister halten, doch nicht um jeden Preis. Wie reagiert der Star?

von Florian Plavec

Viel hat Sebastian Vettel schon gewonnen. 53 Grands Prix und vier Weltmeisterschaften, womit er in der Bestenliste hinter Schumacher (7), Hamilton (6) und Fangio (5) auf Rang vier liegt. Doch verwehrt blieb ihm bisher die Krönung eines Formel-1-Lebens: Ein WM-Titel mit Ferrari. Und in seinem bereits sechsten Jahr bei der Scuderia ist es ungewisser denn je, ob sich seine Hoffnungen erfüllen werden.

Einerseits ist noch nicht sicher, ob die Saison überhaupt einen Weltmeister hervorbringen wird, acht Rennen müssten dafür mindestens ausgetragen werden. Andererseits läuft Vettels Vertrag am Ende dieser Saison aus – und mit einem neuen Kontrakt spießt es sich.

Ja, aber ...

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hatte sich im März festgelegt: Er will Vettel über 2020 hinaus im Team halten. Allerdings nicht um jeden Preis: "Sebastian weiß, dass er vor einem Schlüsselmoment in seiner Karriere steht. Vielleicht ist er von den guten Leistungen von Charles (Teamkollege Leclerc; Anm.) 2019 überrascht worden."

Tatsache ist, dass Vettel ein erstes Vertragsangebot abgelehnt hat. Dieses soll eine Kürzung seiner Jahresgage von rund 30 Millionen Euro auf kolportierte 12 Millionen beinhaltet haben. Außerdem wäre die Laufzeit auf ein Jahr begrenzt gewesen. Vettel (32): „Früher habe ich Verträge auch über jeweils drei Jahre abgeschlossen. Mein Alter sollte kein eingrenzender Faktor sein.“

Laut der Gazzetta dello Sport hat Ferrari nun nachgebessert. Man bietet Vettel einen Vertrag für 2021 und 2022. Die Gehaltskürzung sei wegen der Corona-Krise allerdings unverhandelbar. Mit zwölf Millionen würde Vettel damit genau so viel verdienen wie Teamkollege Leclerc, dessen Vertrag bis 2024 verlängert wurde.

Der 22-jährige Monegasse hatte Vettel 2019 in den Schatten gestellt. Leclerc gewann zwei Rennen, Vettel eines; er fuhr mehr Polepositions ein als Vettel (7:2); er war im Qualifying-Duell vorne (12:9); er erzielte mehr schnellste Runden (4:2); er sorgte für mehr Punkte (264:240); und er war öfter auf dem Podest (10:9).

Die Entscheidung liegt nun beim Deutschen. Schlägt sein Herz noch stark genug für den Rennsport, dass er sich bei reduzierten Bezügen zwei weitere Jahre mit seinem starken Teamkollegen herumschlagen will? Oder lehnt er ab. Dann sind mit etwas Fantasie drei Optionen denkbar.

  1. Der frühere Teamchef Eddie Jordan glaubt an einen Mega-Coup: Hamilton zu Ferrari, Vettel zu Mercedes.
  2. Vettel zu McLaren. Sein Verhältnis zum deutschen Teamchef Andreas Seidl ist jedenfalls sehr gut.
  3. Vettel genießt das Leben mit seiner Frau und den drei Kindern und hängt den Rennhelm an den Nagel.
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