Sport | Motorsport
13.10.2018

Formel 3: Schumacher krönt sich zum Europameister

Es ist der erste Titel einer vielbeachteten Karriere: Mick Schumacher krönt sich zum Formel-3-Champion 2018.

Mick Schumacher hat in seiner noch jungen Karriere seinen ersten Titel gefeiert: Mit Rang zwei im vorletzten Saisonrennen krönte sich der 19-jährige Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher zum Formel-3-Europameister. Im letzten Rennen am Sonntag ist der Deutsche nicht mehr einzuholen.

Von Startplatz zwei aus ins Rennen gegangen, war Schumachers Titelgewinn nie in Gefahr. Sein einziger Rivale Dan Ticktum hätte deutlich vor Schumacher ins Ziel kommen müssen, um im Sonntagsrennen noch eine Chance zu haben, aber der Deutsche verteidigte Platz zwei souverän bis ins Ziel und setzte sich die Krone auf. Im Ziel gab es dann reichliche Glückwünsche - neben Ex-Ferrari-Boss Stefano Domenicali auch von der Mercedes-DTM-Mannschaft, die auf einem Plakat zum Titelgewinn gratulierte.

Steile Formkurve

Für Schumacher ist es der Abschluss einer bemerkenswerten Saison. Erst zur Saisonmitte schwang sich der neue Champion zum Titelkandidaten auf, feierte in Spa - oft als das "Wohnzimmer" seines Vaters bezeichnet - seinen ersten Rennsieg und begann danach eine geschichtsträchtige Aufholjagd. Ein perfektes Wochenende auf dem Nürburgring stellte den Höhepunkt der Saison dar - mit zwei Pole-Positions und drei Rennsiegen schloss Schumacher die Lücke zum damals noch Meisterschaftsführenden Red-Bull-Junior Ticktum.

Mit seinem Triumph reiht sich Schumacher in eine illustre Gesellschaft ein: Zu den früheren Siegern der Formel-3-EM und der früher an ihrer Stelle ausgetragenen Euroserie gehören nicht nur Formel-1-Legenden wie Alain Prost, Riccardo Patrese oder der bald fünffache Weltmeister Lewis Hamilton, sondern auch die aktuellen Formel-1-Fahrer Esteban Ocon und Lance Stroll sowie der nächstjährige McLaren-Stammfahrer Lando Norris. Auch Sebastian Vettel trat in der Euroserie an, musste sich dort aber Hamilton geschlagen geben.

In einem chaotischen ersten Rennen machte sich Schumacher noch selbst das Leben schwer - in der Startphase kollidierte er mit dem als Außenseiter ins Titelrennen gestartete Marcus Armstrong und demolierte sich den Frontflügel. Nach dem notwendigen Boxenstopp rollte der 19-Jährige das Feld von hinten auf, sein Prema-Teamkollege Armstrong musste das Rennen beenden und seine Titelhoffnungen damit aufgeben.

Ticktum profitierte von Schumachers Fehler, der noch bis auf die zwölfte Position nach vorne fuhr, und sicherte sich mit Platz fünf am Ende wertvolle Zähler. Eine Punkteplatzierung verpasste Schumacher nur hauchdünn - weil auf Platz zehn mit Frederik Vesti ein Gaststarter ins Ziel kam, hätte der elfte Platz für einen Punkt gereicht. Zu einem Angriff in der letzten Runde kam es aber nicht - weil die Zielflagge eine Runde zu früh geschwenkt wurde.