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29.09.2018

Hamilton ist mittlerweile mehr als nur Rennfahrer

Der 33-jährige Glamour-Boy dominiert die WM und glänzt auch abseits des Sports.

Lewis Hamilton hat einen Lauf. Der 33-Jährige führt vor dem Grand Prix in Russland am Sonntag (13.10/live ORFeins, RTL) klar die Weltmeisterschaft an. Vier der vergangenen fünf Rennen hat der Engländer im Silberpfeil gewonnen, 40 Punkte fehlen bereits dem ersten Verfolger Sebastian Vettel.

Doch Hamilton fühlt sich auch abseits der Rennstrecken dieser Welt derzeit ausgesprochen wohl. Endlich ist er mit sich im Reinen. „Ich bin gesünder, glücklicher und stärker denn je“, sagt Hamilton. „Ich fühle mich rundum gut.“

In den Dünen von Dubai vergnügte sich Hamilton mit Rapstar Nicki Minaj. Die Zeit vor seiner Formel-1-Dienstreise ans Schwarze Meer verbrachte er in Thailand und Malaysia. An „wundervollen Plätzen“ sei er gewesen, eine „wertvolle Zeit“ habe er dort verbringen und auch ein „gutes Training“ absolvieren können.

Im Fahrerlager von Sotschi wurde Hamilton zu seinem Selbstverständnis gefragt. Ist er eigentlich noch ein Rennfahrer mit interessanten Hobbys? Oder haben sich die Gewichtungen schon umgedreht? Hamilton lachte geschmeichelt und sagte: „In erster Linie bin ich ein Rennfahrer, der sehr gut Auto fährt. Ich versuche aber auch, in die Rolle als Unternehmer und Geschäftsmann hineinzuwachsen und erfolgreich zu sein.“

Die Besten der Besten

Unbedingt der Beste sein zu wollen, das treibt die Besten an. Nur der Status als Nummer eins zählt. Hamilton habe sich in dieser Saison in eine „echte Maschine“ verwandelt, lobte Mercedes-Technikdirektor James Allison seinen Star. „Ich bin hier, um zu gewinnen und der Beste zu sein, der ich sein kann“, bestätigte auch Hamilton vor dem 16. Grand Prix der Saison. „Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Ich weiß, wozu ich fähig bin.“ Seinen Antrieb hat er noch lange nicht verloren: „Ich gehe meinen Ingenieuren auf den Sack, weil ich sie immer herausfordere. Selbst wenn ich falsch liegen sollte, hinterfrage ich immer noch.“

Der Ehrgeiz eint Hamilton und seinen Konkurrenten Vettel, das Privatleben ist der große Unterschied. Während der Brite zwischen den Rennen schier atemlos weltumspannende Zerstreuung sucht, zieht sich der Deutsche in sein Zuhause in der Schweiz zurück. Hamilton entwirft eine Modelinie, Vettel mäht seinen Rasen.

Der Schnellste in Sotschi

Gestern war der Deutsche im Ferrari am Vormittag der schnellste Mann, am Nachmittag stellte dann Hamilton die Tagesbestzeit auf. Sebastian Vettel fehlte ebenso eine halbe Sekunde wie den beiden Red-Bull-Fahrern Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Die beiden werden am Sonntag vermutlich von den Plätzen 17 und 18 starten: An ihren Autos wurden Teile der Antriebe getauscht.