Stets oben dabei: Valentino Rossi (li.) und Marc Márquez.

© APA/AFP/JUAN MABROMATA

Sport Motorsport
08/25/2019

Easy Rider: Zwei Männer dominieren die MotoGP

Valentino Rossi und Marc Márquez kommen in der seit 2002 existierende Königsklasse gemeinsam auf elf Titel.

von Alexander Strecha

Sie sind die zwei Dominatoren des Motorradsports in diesem Jahrtausend. Die Karrieren von Valentino Rossi (40) und Marc Márquez (26) weisen viele Parallelen auf. Auch beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone (14.00/live ServusTV) werden die Augen an diesem Wochenende auf sie gerichtet sein. Der Spanier ist der überlegene WM-Leader in der MotoGP, der Italiener nach wie vor der charismatischste Fahrer im Feld. Márquez geht von der Pole ins Rennen, Rossi lauert gleich daneben.

Dort, wo Rossi 1996 seinen ersten Sieg überhaupt gefeiert hatte, in Brünn, holte Márquez zuletzt seinen 50. Erfolg in der MotoGP. Mit 26 Jahren und 168 Tagen verpasste er bei diesem runden Jubiläum Rossi um lächerliche drei Tage. Denn der Italiener fuhr seinen 50. Erfolg mit 26 Jahren und 165 Tagen ein. Die zwei Ausnahmekönner befinden sich praktisch im Gleichschritt im Temporausch. Márquez wird der sechste Titel in der MotoGP heuer nicht mehr zu nehmen sein, womit er mit Rossi gleichzieht. Allerdings hat der Italiener noch einen weiteren Titel in der 500er-Klasse vorzuweisen, dem Vorgängerbewerb der MotoGP, und somit noch das Näschen vorne.

Der Doktor

Dass Il Dottore auch mit über 40 Lenzen noch in der Königsklasse ordiniert, freut weltweit seine Fans. Vor Kurzem gab er bei einem Interview für Radio Rai sogar Einblicke in sein Privatleben, die so selten sind wie ein Rossi, der vom letzten Startplatz wegfahren muss.

Offen parlierte der insgesamt neunfache Weltmeister über sein Leben abseits der Rennstrecke, seine Heimat Italien und seinen Kinderwunsch. In seiner 24. Saison hält er fest, dass sich der Trubel in der MotoGP völlig geändert hat. „Früher gab es mehr Leichtigkeit, im Allgemeinen, sowohl im Sport als auch im Leben. Was sich so sehr verändert hat, ist, dass wir jetzt immer live sind. Es ist wirklich schwer, an einem Ort zu sein und es niemandem zu sagen, denn man macht ein Foto und es landet auf Social Media. Das ist etwas, was mir nicht gefällt.“

Ein Rossi steht bei seinen Fans nun einmal im Blickpunkt, jede Bewegung, jede Gestik oder Mimik werden verfolgt und interpretiert. An seiner Seite, auch an den Rennstrecken dieser Welt, ist stets Partnerin Francesca Sofia Novello (25). Mit ihr kann sich Rossi die Gründung einer Familie vorstellen.

Der Klassiker

Das ist (noch) Zukunftsmusik. Die Gegenwart lautet Silverstone, eine Strecke, die zuletzt mehreren Teams gelegen ist. Ob Ducati, Suzuki, Yamaha oder Honda, sie alle konnten in den vergangenen Jahren im „Home of British Motor Racing“ gewinnen. Ex-Renn-Ass Alex Hofmann, Experte bei ServusTV, ist daher von einem spannenden Rennen überzeugt: „Silverstone hat das wohl klassischste Layout und gleicht die verschiedenen Konzepte der Motorräder gut aus.“ Der Gejagte heißt einmal mehr Marc Márquez, zumal der Weltmeister nach dem verlorenen Duell mit Andrea Dovizioso in der finalen Spielberg-Kurve in Österreich extrem motiviert sein wird.

Die Dominatoren

Die 2002 ins Leben gerufene MotoGP ist fest in Händen zweier Nationen, Spanien und Italien. Lediglich der Australier Casey Stoner konnte in die Ibero-Italo-Phalanx eindringen mit seinen WM-Titeln 2007 und 2011 und insgesamt 38 Grand-Prix-Siegen. Allein 14 Titel holten Italiener (Rossi 6) oder Spanier (Márquez 5 und Lorenzo 3).

Klammert man Stoner aus, so kommen die Top 10 in der GP-Siegerliste ausschließlich aus Italien (Rossi 76, Dovizioso 14, Capirossi 7, Biaggi und Melandri je 5) sowie aus Spanien (Márquez 50, Lorenzo 47, Pedrosa 31, Gibernau 8, Vinales 6).