Österreichs größte Sportleistun­gen

Wo sich Golf-Profi Bernd Wiesberger mit seiner Teilnahme am Masters einreiht.


1. David Alaba: Wer, wenn nicht er könnte den größten Erfolg der vergangenen 15 Jahre gelandet haben. Mag sein, dass Marko Arnautovic auf dem Papier ebenfalls ein Champions-League-Sieger ist (2010 mit Inter Mailand), Alaba aber ist ein Champion auf dem Platz. Der Triumph 2013 mit dem FC Bayern, bei dem der Wiener maßgeblich seine Beine im Spiel hatte, ist Österreichs Sport-Highlight in diesem Jahrtausend. 2. Jürgen Melzer: Dem Tennisprofi gelang 2010 mit 29 Jahren der Durchbruch in die Weltspitze, als er bei den French Open mit einem Sieg über Novak Djokovic ins Semifinale einzog. Danach schaffte er es bei drei Grand-Slam-Turnieren in Folge ins Achtelfinale (plus Doppel-Triumph in Wimbledon) und wurde im Frühjahr 2011 als achtbester Spieler der Welt geführt. 3. Werner Schlager: Was hat es zu bedeuten, wenn ein Österreicher in China zum "populärsten ausländischen Sportler" gewählt wird? Es macht auf jeden Fall klar, welch hohe Wellen der WM-Titel des Tischtennisspielers im Jahr 2003 geschlagen hat. In dem Jahr tischte der Niederösterreicher noch mehr Erfolge auf und war wenig später sogar die Nummer eins der Weltrangliste. Und: Seine Goldmedaille hat Bestand: Seit jenem historischen Tag im Mai 2003 gingen alle WM-Titel an Spieler aus der Volksrepublik China. 4. Markus Rogan: Der extrovertierte Wiener mag vielleicht nicht die Beliebtheitspreise abgeräumt haben, aber im Wasser da badete er im Erfolg: zwei Weltrekorde, ein WM-Titel, neun EM-Goldmedaillen, zwei Mal Olympiasilber, insgesamt 34 Medaillen bei Großbewerben – das ist die Bilanz des besten österreichischen Schwimmers der Geschichte. 5. Marcel Hirscher: Aus dem Rennen mit Hermann Maier um den bedeutendsten Skistar des Jahrtausends geht der Salzburger für den KURIER als Sieger hervor. Vier Weltcup-Gesamtsiege am Stück hat noch kein Skiläufer vor Hirscher zusammengebracht, es scheint wohl auch nur mehr eine Frage der Zeit, bis der 26-Jährige (31 Weltcupsiege) auch Hermann Maier (54) übertrumpft hat. 6. Thomas Vanek: Der Steirer ist seit mittlerweile zehn Jahren Österreichs Fixstern in der besten Eishockey-Liga der Welt. 2007 gewann der Stürmer als damals bestbezahlter Eishockey-Profi der Gegenwart die Plus-Minus-Wertung der NHL, zwei Jahre später folgte die Einberufung ins All-Star-Team. 7. Georg Totschnig: Ein Etappensieg bei der Tour de France ist der Ritterschlag für jeden Radprofi. Der Tiroler gewann 2005 die Bergankunft in Ax-3-Domaines, und brachte damit ÖSV-Präsident Schröcksnadel zum Strampeln. Denn Totschnig wurde in diesem Jahr zum Sportler des Jahres gewählt – vor Benjamin Raich, der von der Ski-WM mit fünf Medaillen (zwei davon in Gold) heimgekehrt war. 8. Bernd Wiesberger: Top 50 der Welt (als erster Österreicher), die Teilnahme an allen Major-Bewerben (als erster Österreicher), Turniersiege in Europa und Asien – kein Zweifel: Der Burgenländer gehört zur Elite im Weltsport Golf. 9. Roman Hagara & Hans Peter Steinacher: Das Duo segelte zu Beginn des Jahrtausends beinahe permanent auf der Erfolgswelle. Die Tornado-Paarung war sowohl bei Olympia in Sydney 2000 als auch vier Jahre später in Athen von der Konkurrenz aus den Weltmeeren nicht zu schlagen. 9. Gregor Schlierenzauer: Bereits im jungen Alter von 23 Jahren gelang dem Tiroler der Sprung in die Geschichtsbücher. Seit 2013 ist er der erfolgreichste Skispringer im Weltcup. Der Finne Matti Nykänen hielt mit 46 Siegen die Bestmarke, Schlierenzauer ist bereits 53. Mal ganz oben gelandet.

Bernd Wiesberger schlägt ab Donnerstag als erster österreichischer Golfer beim Masters in Augusta ab. Das erste Major-Turnier des Jahres ist ein Einladungsturnier mit strengen Teilnahmekriterien: Nur die besten Golfer der Welt erhalten den Einladungsbrief und damit das Recht, im exklusiven wie elitären Augusta National Club ihre Runden zu drehen.

Es ist Meilenstein, der den Burgenländer auf eine Stufe hebt mit den größten österreichischen Sportlern des Jahrtausends. Oder etwa nicht? Es wird hierzulande auch Sportfans geben, denen das Masters-Stück des 29-Jährigen nur eine Randnotiz wert ist; die lieber Skistar Anna Fenninger in diesen Top 10 der rot-weiß-roten Sport-Höhepunkte der vergangenen 15 Jahre gesehen hätten; die den Herminator oder Leichtathletin Stefanie Graf vermissen. Diskussionen zur Rangliste der KURIER-Sportredaktion sind ausdrücklich erwünscht.

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(kurier) Erstellt am
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