Handball-EM: Warum sich Eric Damböck trotz Hochform hinten anstellen muss

HANDBALL: TESTSPIEL/MÄNNER: ÖSTERREICH - TSCHECHIEN
Der 26-Jährige kommt derzeit am überragenden Sebastian Frimmel nicht vorbei.

Oft hast ein Pech. 

Als Gerhard Berger im McLaren fuhr, blickte er stets dem großen Ayrton Senna in den Auspuff. 

Stephan Eberharter hätte mehr Rennen als ohnehin gewonnen, hätte zu dieser Zeit nicht ein gewisser Hermann Maier perfekte Schwünge in den Schnee gezogen. 

Und Eric Damböck würde im heimischen Handball-Nationalteam am linken Flügel wohl eher zum Zug kommen, würde nicht Sebastian Frimmel in außergewöhnlicher Form agieren. Und dennoch ist Damböck wichtig.

Sein Schweizer Abenteuer in Kreuzlingen endete jäh und unrühmlich, weil der Verein aufgrund einer dubiosen Finanzgebarung Gehälter schuldig blieb. Damböck kehrte kurzerhand zu den Fivers, seinem Stammverein, zurück. 

Als ein Angebot aus Emsdetten, 3. Liga in Deutschland, kam, ließ Fivers-Manager Thomas Menzl seinen Schützling ziehen.

Ziel vor Augen

Damböck fühlt sich dort wohl, spielt groß auf und erzielt Tor um Tor, empfiehlt sich für höhere Aufgaben, die wohl kommen werden. Freundin und Tochter Malia sind die meiste Zeit bei ihm, pendeln zwischen Emsdetten und Wien. 

„Es ist nett dort, für eine Familie ist es toll zu leben.“ Sein Vertrag läuft ein Jahr, dann wird er wohl weiter ziehen. „Interessenten hat es mittlerweile schon gegeben.“ Selbst Stuttgart hat angefragt, nachdem Damböck ihnen im Cup eingeschenkt hatte.

Der 26-Jährige gibt zu, nach dem Fiasko in der Schweiz erstmals richtig am Boden gewesen zu sein. „Erstmals habe ich nicht gewusst, wie oder ob es weitergeht.“ Dabei hat er seit Jahren diesen Traum, endlich in Deutschland spielen zu können. „Und plötzlich schien das alles zu platzen. Mental war das eine sehr schwere Zeit, zum Glück habe ich einen Mentaltrainer, der mir geholfen hat.“

Das Nationalteam tut ihm immer wieder gut, selbst wenn er nicht wie gewünscht zum Zug kommt. „Da komme ich raus aus dem Alltag. Ich bin ein bin Bestandteil des Teams, die WM 2025 hat mir sehr geholfen in der Entwicklung. Ich werde nicht aufgeben, in den nächsten zwei, drei Jahren habe ich mein Ziel erreicht“, ist Damböck von sich überzeugt.

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