2020 Giro d'Italia cycling race - 13th stage

Patrick Konrad (li.) konnte beim Giro mit den Besten mithalten. 

© EPA / LUCA ZENNARO

Sport
10/26/2020

Giro: Mit Konrad und Pernsteiner erstmals zwei Österreicher in Top Ten

Das Duo sorgte für ein Novum in der rot-weiß-roten Radsport-Historie.

Patrick Konrad war beim Giro d'Italia auf Augenhöhe mit den Mitfavoriten Jakob Fuglsang und Vincenzo Nibali, gegen die überraschend starken Youngsters um Sieger Tao Geoghegan Hart, Jai Hindley und Joao Almeida war aber kein Kraut gewachsen. Mit Gesamtrang acht bewies der seit kurzem 29-Jährige jedoch erneut, dass er zu den besten Rundfahrern gehört. Auch Hermann Pernsteiner zeigte bei seinem Giro-Debüt als Edelhelfer mit Platz zehn stark auf.

Das Duo sorgte dadurch für ein Novum in der rot-weiß-roten Radsport-Historie, zwei Österreicher in den Top Ten einer Grand-Tour hatte es bisher noch nicht gegeben. Und auch am ersten Etappensieg waren beide im Laufe der corona-bedingt um fast ein halbes Jahr verspätet unter strengen Hygienevorkehrungen ausgetragenen Italien-Rundfahrt nahe dran. Bei Konrad fehlten am 13. Tag als im Sprint hauchdünn geschlagener Dritter nur wenige Zentimeter, außerdem ragte ein zweiter Platz auf dem fünften Teilstück an der Spitze der ersten Verfolgergruppe heraus.

"Ich war zweimal knapp am Etappensieg dran, das ist schade, aber von der Gesamtwertung her, von meiner Performance her war ich schon auf einem sehr guten Niveau. Das war sicher eine meiner besten Leistungen", resümierte Konrad am Montag nach der Rückkehr zu seiner Familie im APA-Gespräch positiv.

Der Niederösterreicher hatte sich im Bora-Rennstall als Stärkerer der Doppelspitze mit dem Polen Rafal Majka erwiesen, der mehr als 20 Minuten zurück Zwölfter wurde. Seine Saison sei erfolgreich, aber nicht optimal verlaufen, der Giro-Spitzenplatz und Rang sieben beim Fleche-Wallonne können sich aber sehen lassen. "Ich kann zufrieden sein, dass ich am Ende bei einer Grand Tour noch in die Top Ten gefahren bin", so der 2018 beim Giro Siebentplatzierte.

Pernsteiner ging bei seiner ersten Italien-Rundfahrt auf dem Weg nach Madonna di Campiglio als Zweiter knapp leer aus. Im Endklassement war er zweitbester Mann des Bahrain-Teams hinter dem fünftplatzierten Kapitän Pello Bilbao. "Wir sind einen starken Giro gefahren. Ich bin überglücklich mit dem zehnten Platz", betonte Pernsteiner, der auch schon im Vorjahr bei der Vuelta lange in den Top Ten gelegen war.

Auf der Fahrt durch Italien bewies er erneut seine Kletterqualitäten, obwohl dem Leichtgewicht die teilweise winterliche Witterung, Knieprobleme und ein Hornissenstich zusetzten. "Die letzten Woche war richtig intensiv für mich. Das war schon richtig hart. Alles in allem war es aber ein sehr guter Giro für mich. Mit dem kann ich zufrieden Pause machen und nächstes Jahr wieder voll angreifen", sagte der 30-Jährige aus der Buckligen Welt.

Großschartner zeigt bei Vuelta auf

Mit Felix Großschartner mischt derzeit auch bei der Spanien-Rundfahrt ein Österreicher ganz vorne mit, der Bora-Teamkollege von Konrad ist nach der erste Woche nur eineinhalb Minuten hinter Leader Richard Carapaz (Ineos) Sechster. "Es hat von Anfang an funktioniert, ich fühle mich echt gut. Ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten mitfahren kann", zog Großschartner am Montag, dem ersten Ruhetag, "sehr happy" Zwischenbilanz. Die Sonntag-Etappe sei mit Regen und nur zwei Grad im Ziel besonders hart gewesen, er habe auf dem nicht allzu steilen Schlussanstieg aber sehr gut mithalten können. "Mir liegt sowas mit schlechtem Wetter eigentlich, das stecke ich ganz gut weg".

Dank seiner starken Verfassung will sich Großschartner weiter an den Topstars um Carapaz und Primoz Roglic orientieren. Die zweite Woche warte aber mit noch härteren Bergen auf. "Das wird richtig schwer. Ich habe schon Respekt von Bergankünften, setzte mich aber nicht unter Druck", so der 26-Jährige.

Die auch in Spanien verschärfte Corona-Situation empfinde er in der "Vuelta-Bubble" als nicht dramatisch. Man sei im Renntross unter medizinischer Kontrolle stets gut abgeschirmt, außerdem gebe nur wenige Zuschauer am Streckenrand. "Ich bin froh, dass wir überhaupt Rennen fahren können, und dass es sicher ist", so Großschartner. Konrad äußerte sich corona-bezüglich ähnlich und sprach von einem gewissen Gewöhnungseffekt an die regelmäßigen Tests, das ständige Maskentragen und die sonstigen Vorkehrungen.

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