Sport | Fußball
31.05.2018

Zinedine Zidane nicht mehr Trainer von Real Madrid

Nach drei Champions-League-Titeln in Folge hat Zinedine Zidane am Donnerstag seinen Abschied verkündet.

Fünf Tage nach dem Champions-League-Sieg ist Zinedine Zidane überraschend als Trainer des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid zurückgetreten. "Ich denke, dass diese Mannschaft einen Wechsel braucht", sagte der Franzose bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Donnerstag im Madrid. Zidane plant zunächst keinen neuen Club zu übernehmen und will stattdessen vorerst pausieren.

Die Entscheidung Zidanes trifft Real nach Aussage von Club-Präsident Florentino Perez völlig unvorbereitet, denn eigentlich besaß der Franzose noch einen Vertrag bis 2020. "Wir müssen diese Entscheidung aber respektieren", sagte Perez. Wer auf Zidane folgen soll, ist offen. "Ich war drei Jahre hier, aus meiner Sicht ist es eine adäquate Entscheidung", sagte Zidane, der nicht ausschließen wollte, doch irgendwann zurückzukehren: "Es kann auch ein 'Bis bald' sein."

Zidane war seit Jänner 2016 Cheftrainer von Real. Seitdem verlor er keines seiner acht Endspiele, zuletzt gewann er am Samstag mit Real in Kiew gegen Liverpool zum dritten Mal in Serie den Titel in der Fußball-"Königsklasse". Vor seinem Engagement beim Starensemble um Cristiano Ronaldo betreute er die B-Mannschaft der "Blancos" und lernte als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti, ehe er befördert wurde.

Spieler "kennen die Entscheidung"

"Es gab tolle Momente, und wir haben mit einem großen Moment aufgehört - mit dem Gewinn der Champions League. Aber es gab auch schwierige Momente während der Saison", sagte Zidane. Mit Madrid musste er sich in der spanischen Liga klar Meister FC Barcelona geschlagen geben, Real wurde in der abgelaufenen Saison nur Dritter.

Bei einem der Gründe für seinen Rücktritt wurde er deutlich: "Ich habe nicht klar gesehen, dass wir weiter gewinnen werden." Mit seinen Spielern hat Zidane, der 2017 FIFA-Trainer des Jahres wurde, noch nicht persönlich gesprochen, "aber sie kennen die Entscheidung", meinte der Coach. Er werde auf jeden Fall schnell das Gespräch mit Kapitän Sergio Ramos suchen.

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Schon als Spieler legte Zidane eine atemberaubende Karriere hin und war ein Weltstar. Aufgewachsen im Arbeiterviertel von Marseille führte er Frankreich zum Welt- und Europameistertitel, wurde Weltfußballer und entwickelte sich im Trikot von Juventus Turin und Real zu einer Marke wie heute Ronaldo oder Lionel Messi. Seine aktive Laufbahn endete 2006. Noch bestens im Gedächtnis ist sein Kopfstoß im WM-Finale gegen Italien. Nach der Aktion gegen Marco Materazzi wurde er in Berlin des Platzes verwiesen, aber trotzdem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Als Trainer ist ihm in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen worden, dass er kein taktisches Konzept habe. Doch vielmehr ist es die Flexibilität und der Pragmatismus, die das Spiel unter ihm auszeichnen: Pressing, Konterattacken, hohes Tempo und ruhiges Ballgeschiebe. Die Unberechenbarkeit machte Madrid so gefährlich und brachte unter der Führung von Zidane unter anderem den Gewinn der spanischen Meisterschaft 2017 sowie die Triumphe bei der Club-WM 2016 und 2017.