ÖFB-Präsident Leo Windtner

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Sport Fußball
04/10/2020

Vor entscheidender Konferenz: ÖFB will nicht "Schwarzen Peter"

Am Mittwoch entscheidet der ÖFB. "Eine Flut an Klagen" fürchtet Präsident Windtner in einem OÖN-Interview nach einem Saisonabbruch

von Alexander Huber

Auf Leo Windtner wartet die wohl wichtigste Konferenz seiner Amtszeit. Auf jeden Fall wird es die erste per Videokonferenz sein: Am Mittwoch tagt das ÖFB-Präsidium mit Windtner an der Spitze, um über die Zukunft des österreichischen Fußballs abzustimmen.

Windtner hält eine Fortsetzung der Saison in der Fußball-Bundesliga trotz der Coronavirus-Krise für wichtig. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte es „eine Flut an Klagen geben“, warnte der Verbandschef aus Oberösterreich in einem Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten".

Grüner Rasen statt grüner Tisch

Der Fußball solle auf dem grünen Rasen und nicht auf dem grünen Tisch entschieden werden. So hat Ried als Tabellenführer der 2. Liga bereits in den Raum gestellt, dass eine Saison ohne Aufsteiger wohl vor Gericht enden würde.

Das ÖFB-Präsidium soll unter anderem die Wertung der Ligen in allen Spielklassen bei einem möglichen vorzeitigen Abbruch festlegen. Windtner warb um ein einheitliches Vorgehen in allen Landesverbänden – theoretisch wären auch neun regionale Wege möglich.

Bis zur Video-Konferenz werde auch ein vom ÖFB in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten vorliegen, auf dessen Basis die weitere Vorgehensweise beraten werden soll.

Alle zufriedenzustellen wird kaum möglich sein – etwa in der Frage der Auf- und Absteiger, falls die Saison wegen COVID-19 nicht abgeschlossen werden könnte. Den „Schwarzen Peter“ will sich der Fußball-Bund bei einer möglicherweise unpopulären Entscheidung in der Bundesliga nicht umhängen lassen.

Fokus auf Bundesliga

Im Präsidium sind neben Windtner und den neun Landesverbandspräsidenten auch drei Vertreter der Bundesliga, Vorstand Christian Ebenbauer, Aufsichtsratschef und Admira-Präsident Philip Thonhauser sowie LASK-Präsident Siegmund Gruber, stimmberechtigt. „Hier wird das Wort dieser drei Liga-Vertreter mit Sicherheit großes Gewicht haben“, meinte Windtner. Die Tendenz geht zu Geisterspielen als letzte Hoffnung.

Der ÖFB nennt unter anderem die heimischen Europacup-Starter. Die UEFA habe laut Windtner diesbezüglich bisher keine Vorgaben gemacht. Dem belgischen Verband drohte UEFA-Präsident Alexander Ceferin nach der - noch nicht endgültig bestätigten - Entscheidung für einen vorzeitigen Abbruch der Liga vergangene Woche allerdings mit einem Verlust der Europacup-Startplätze für die kommende Saison.

Auch in der nächsten Saison werden die Folgen der Coronavirus-Pandemie noch spürbar sein. „Es ist tatsächlich davon auszugehen, dass wir einen noch nie da gewesenen komprimierten Kalender inklusive einer stark verkürzten Winterpause haben werden“, sagte Windtner. Für das Nationalteam bedeute dies etwa Dreifachtermine. „Man wird terminlich überall ein Stück zusammenrücken müssen.“

Hilfe der Regierung

Mit der von Sportminister Werner Kogler in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellten Regierungshilfe für den Sport zeigte sich Windtner zufrieden. „Das ist ein erster, wirksamer Schritt“, meinte der Oberösterreicher. „Ich gehe davon aus, dass der Fußball als größter Sportfachverband einen adäquaten Anteil erhält.“ Kogler stellte zuletzt „mehrere Hundert Millionen Euro für den Sport“ in Aussicht.

Hilfe müsse es sowohl für die Wirtschaftsbetriebe, also Profiklubs und Verbände, als auch für die Basis geben. „Das Geld sollte rasch und verlässlich fließen, nur rasche Hilfe ist wirksame Hilfe“, betonte Windtner.

Der ÖFB werde sich weiter für die Anliegen des Fußballs einsetzen und in der Corona-Krise „dafür kämpfen, dass etwa ein Übungsbetrieb in kontrollierter Form bald wieder aufgenommen wird“.

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