Teamgoalies als Bankerlsitzer: Eine neue Sorge für den ÖFB?

Ein österreichischer Fußballtorwart mit gelbem Trikot und Torwarthandschuhen gestikuliert.
Schlager, Pentz und Siebenhandl entscheiden sich bewusst für die Rolle als Ersatztormann bei ihrem Verein. Wie ÖFB-Torwartchef Günter Kreissl die Lage sieht.

Den Anfang hat Patrick Pentz gemacht. Der 26-jährige Ex-Austrianer flüchtete im Jänner aus Frankreich auf die Ersatzbank von Leverkusen. Der Teamgoalie ist bewusst die Rolle als Zweiergoalie hinter Finnlands Teamtormann Hradecky eingegangen.

Fußballtorwart trainiert mit einem Ball.

Es folgte Alexander Schlager. Dem damaligen LASK-Kapitän wurde laut KURIER-Recherchen bei den Transfergesprächen im Winter von Salzburg bereits damals ganz klar angekündigt, dass der 27-Jährige herzlich willkommen sei – aber eben nur als Nummer 2 eingeplant wird.

Selbst nach einem möglichen Verkauf von Stammkraft Köhn würde ein neuer Legionär – und nicht der Salzburger – als Nummer 1 gesehen.

Ein Torwart in blauem Trikot und Handschuhen gestikuliert auf dem Fußballfeld.

Lange Pause

Der Teamgoalie sagte trotzdem Ja zu Red Bull, weitere Einsätze nach den starken Auftritten im ÖFB-Dress sind bis zum nächsten Länderspiel im September ungewiss.

Und jetzt auch noch Jörg Siebenhandl: Der frühere Sturm-Kapitän entscheidet sich bewusst für den LASK und seine Rolle als „Mentor“ von Einsergoalie Tobias Lawal, 23, sowie U-21-Teamtormann Nik Polster.

Dabei hätte der 33-Jährige nach dem Abschied aus Graz durchaus in der Bundesliga noch Chancen als Nummer 1 gehabt. Altach etwa ist auf der Suche nach einem Casali-Nachfolger.

"Nicht glücklich"

Wie denkt Günter Kreissl als „Head of Goalkeeping“ beim ÖFB über diese ungewöhnliche Entwicklung? „Ich sehe keinen generellen Trend. Persönliche Gedanken bei einem Wechsel müssen jedem Spieler zugestanden werden. Aber natürlich wünschen wir uns, dass möglichst alle Teamkandidaten regelmäßig Spielpraxis sammeln. So gesehen können wir darüber nicht glücklich sein.“

Ein Mann mit Brille und Bart schaut nachdenklich zur Seite.

Noch dazu ist Teamtormann Heinz Lindner an Hodenkrebs erkrankt und wird auf seinem Weg zurück nach der erfolgreichen OP noch Zeit brauchen.

Zurück in die 90er?

Österreich galt in der Vergangenheit, speziell in den 90ern, mit Torleuten wie Wohlfahrt, Konsel, Konrad und Knaller als Tormann-Nation.

Zum Status quo meint Kreissl: „Ich will wirklich nichts schönreden, wir haben viel Luft nach oben und wollen massiv besser werden. Aber man muss unseren aktuellen Torwarten schon zugutehalten, dass sie im Nationalteam funktioniert haben.“

Auch andere Nationen seien „immer wieder in der Situation, mit einer Nummer 2 beim Verein als Teamgoalie das Beste herausholen zu müssen, wie auch die Schweden“. Der starke Olsen, der bis zum Baumgartner-Doppelpack zum 0:2 alles hielt, ist bei Aston Villa Ersatz hinter Weltmeister Martinez.

Beim ÖFB schaffte es Robert Almer über mehrere Jahre, mit wenigen Einsätzen bei seinen Klubs im Teamdress doch zu überzeugen.

Und noch etwas Positives betont Kreissl: „Es gibt mit Hedl und Lawal zwei junge Top-Talente, die bei großen Vereinen als Nummer 1 in die Saison starten werden.

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