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06.05.2018

Salzburg fixiert mit 4:1 über Sturm Graz den Meistertitel

Mit einem souveränen Heimsieg über den ersten Verfolger sicherte sich Salzburg am Sonntag den fünften Titel in Serie.

37 Jahre sollten vergehen, bis ein Klub jene Bestmarke von vier Meistertitel übertreffen konnte, die die Austria von 1977 bis 1981 aufgestellt hatte. Nach 2014, 2015, 2016 und 2017 holte sich Salzburg auch in diesem Jahr die Meisterschaft – und ist mit fünf Titeln in Folge nun alleiniger Rekordhalter.

Die Art und Weise, wie der Serienmeister gestern diesen Titel holte, war beeindruckend. Nicht einmal 72 Stunden nach dem bitteren Ausscheiden im Europa-League-Semifinale wurde mit Sturm Graz der einzige verbliebene Konkurrent 4:1 besiegt – und das im 58. Saisonspiel.

Salzburg-Trainer Marco Rose hatte so extrem rotiert wie noch nie nach dem Europacup. Von jenen Spielern, die gegen Marseille 120 Minuten dabei waren, begann nur Caleta-Car. Er spielte links in einer defensiven Dreierkette. Neben dem Kroaten standen zehn neue Spieler in der Startelf.

Sturm-Trainer Heiko Vogel hatte hingegen weniger Rücksicht auf das Cupfinale am Mittwoch genommen, in dem sich ja beide Teams noch einmal gegenüberstehen. Mit Lovric, Jantscher und Huspek standen nur drei Spieler aus der zweiten Reihe in der Startelf.

Kein Spitzenspiel

„Es ist immer schwere Arbeit, Meister zu werden. Jetzt wollen wir auch am Mittwoch die Früchte ernten“, meinte der eingewechselte Stefan Lainer. In Klagenfurt können sich die Salzburger ja auch zum fünften Mal in Folge das Double holen.

Es war zunächst ein seltsames Spiel vor 14.912 Zuschauern in der Red-Bull-Arena. Von einem Spitzenspiel war das Duell Erster gegen Zweiter lange so weit entfernt wie die Erde vom Mars. Kurios war, dass die Grazer uneingespielter wirkten als die Salzburger.

Erst in der 40. Minute wurde endlich einmal Fußball gespielt. Und es war Sturm, das gleich den ersten erfolgversprechenden Angriff verwerten konnte: Alar hatte Zulj freigespielt, der Salzburg-Keeper Stankovic keine Chance ließ.

Später Ausgleich

Aber die Grazer brachten das 1:0, das die Titelentscheidung verschoben hätte, nicht in die Pause. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte tauchte Hwang nach einem Mwepu-Traumpass alleine vor Sturm-Keeper Siebenhandl auf und schoss ein.

Rose war aber offensichtlich trotzdem nicht mit dem Dargebotenen zufrieden. Er stellte von der Dreier- auf die übliche Viererkette um und veränderte auch in der Offensive einiges. Das tat Salzburg sichtlich gut. Denn nun spielte nur noch der Serienmeister. Und es dauerte nicht lange, bis die Weichen endgültig Richtung Rekord-Meistertitel gestellt wurden.

In der 54. Minute durften die gut 14.000 Salzburg-Fans, die ihr Team schon zu Spielbeginn mit Standing Ovations empfangen hatten, erneut jubeln: Nach einer Ecke scheiterte zunächst Minamino an Siebenhandl, den Nachschuss verwertete ausgerechnet Caleta-Car – 2:1.

Nach dem Rückstand reagierte Vogel, brachte mit Röcher und Edomwonyi zwei Spieler, die am Mittwoch wohl beginnen werden. Am Spielgeschehen änderte das allerdings gar nichts. Salzburg blieb klar besser.

Innenverteidiger Onguéné war zum vierten Mal in dieser Saison per Kopf zur Stelle und erhöhte auf 3:1 (65.). Der eingewechselte Dabbur sorgte noch für den Schlusspunkt – 4:1 (83.). Danach begann das große Feiern.

„Wir sind nur glücklich. Die Mannschaft hat sich das verdient nach einer tollen Saison – und das vor einer ansehnlichen Kulisse“, meinte Meistercoach Rose.