Präsidiumskandidat bei Rapid: Martin Bruckner

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Sport Fußball
11/22/2019

Rapid-Wahlkampf: "Zu viel Sprengstoff und Testosteron"

Verspätet in die Öffentlichkeit: Präsidiumskandidat Martin Bruckner präsentierte sich und die Unterschiede zur Liste Schmid

von Alexander Huber

Erst zwei Wochen nach der Liste Schmid präsentierte Martin Bruckner der Öffentlichkeit sein Team und die Ziele für die Präsidentenwahl bei Rapid. „Wir haben den Einstieg in den Medienwahlkampf fast verpasst“, gesteht Stefan Singer, der sich im Fall eines Sieges am Montag um die Mitglieder kümmern soll.

Bruckner meint zum Spätstart: „Das Wahlkomitee wollte einen Wettstreit der Ideen, es ist aber ein Wahlkampf der Inszenierung geworden. Dem müssen wir uns anpassen. Wir sind nicht die Hochglanz-Partie, sondern jene, die die Ärmel aufkrempeln.“

Der Rapid-Tanker

Neben drei aktuellen Präsidiumsmitgliedern (Bruckner, Rosenauer, Höckner) sollen fünf neue Kräfte für „Evolution statt Revolution“ sorgen. „Wir haben die perfekte Mischung aus Tradition und Innovation“, meint Bruckner. Kandidatin Monisha Kaltenbron war noch auf der Anreise aus der Schweiz.

„Mit meiner Erfahrung kann ich den Tanker Rapid auch auf rauer See führen. Wenn alles glatt läuft, sollen nur noch die Spieler im Vordergrund stehen.“

Betonung auf Barisic

Gerry Willfurth meint zu seiner Zusage als „Bindeglied zur sportlichen Führung“: „Man darf nicht nur auf der Tribüne kritisieren, sondern soll Verantwortung übernehmen.“

Entscheidend war ein dreistündiges Gespräch mit Zoran Barisic vor dessen Rückkehr: „Er setzt die richtigen Ideen um, wir stehen bedingungslos zu diesem Team.“

Michaela Dorfmeister, im Ski Doppel-Olympiasiegerin, will ihre „Erfahrung in den Bereichen Ernährung, Tagesablauf und mentale Betreuung einbringen“.

"Depperte Eigentore"

Am pointiertesten formulierte tipp3-Chef Philip Newald, der bei Rapid einst Marketingleiter war: „Das Torverhältnis der Ära Krammer ist klar positiv, aber wir haben uns einige depperte Eigentore geschossen.“

Newald warnt vor der Konkurrenz: „In der Liste Schmid ist zu viel Sprengstoff und Testosteron begraben. Das kann gut gehen – oder fürchterlich daneben.“

Noch schärfer grenzt sich Singer ab: „Schmid wollte mich auch auf seiner Liste. Er hat es mir und später auch im TV gesagt, dass er zu 60% für Rapid da sei und zu 40%, um sein Netzwerk auszuweiten. Das ist der falsche Zugang. Ein Präsident muss zu 100% Rapid dienen. Deswegen bin ich bei Bruckner.“

Bei den Unterschieden betont Bruckner: "Wir geben 170 Menschen Arbeit. Da ist 'Zurück zum Sportverein' der völlig falsche Zugang. Und ich lasse mir auch den Nachwuchs nicht schlechtreden."

Wahlkampf auf der Schmelz

Dass im Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz wahlgekämpft wurde, ist kein Zufall: In dieser Gegend spielte Rapid vor 120 Jahren.

Und für den Tag nach Bruckner hat sich Schmid angemeldet. Mit einem weiteren Medientermin auf der Schmelz.