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Sport Fußball
09/26/2019

Rapid nach bitterem Cup-Aus: "Ärger kann es einen nicht treffen"

Das späte 1:2 im heißen Cup-Fight gegen Salzburg gilt es für die Hütteldorfer noch zu verdauen.

Der Schmerz war Richard Strebinger im ORF-Interview nach dem Schlusspfiff deutlich anzusehen. "Ich glaube, ärger kann es einen nicht treffen", sagte der Rapid-Torhüter wenige Minuten nachdem er in der 121. Minute des Cup-Spiels gegen Salzburg das Gegentor kassiert hatte. 

Selten war der Begriff "Cup-Fight" passender als im Zusammenhang mit dem Duell am Mittwoch im Allianz Stadion. Nach über 120 packenden Minuten mit vielen Zweikämpfen, zwei Verletzten und zwei Ausschlüssen setzten die Salzburger praktisch in der letzten Sekunde der Verlängerung den entscheidenden K.-o.-Schlag.

"Wenn du 40 Minuten mit zwei Mann weniger gegen die beste Mannschaft Österreichs kein Tor bekommst und dann in den eineinhalb Minuten Nachspielzeit - es ist ein Wahnsinn", sagte der sichtlich enttäuschte Keeper der Hütteldorfer. "Aber wir können uns jetzt nichts drum kaufen. Es war natürlich ein Kampf. Wenn du nicht kämpfst, bist du sowieso fehl am Platz. Jetzt können wir uns richtig ärgern, aber es hilft nichts."

Wenig zugelassen

Von einer "richtig guten Leistung" sprach der in der zweiten Hälfte ausgeschlossene Stefan Schwab. "Unglaublich, was wir da auf den Platz gebracht haben. Mit einem Mann weniger, dann mit zwei - wir haben richtig gut verteidigt. Ich weiß nicht, ob Salzburg schon einmal in dieser Saison so wenige Chancen gehabt hat", lobte der Kapitän die Mannschaftsleistung und haderte mit der eigenen.

"Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Die zweite Gelbe darf mir in meinem Alter und in meiner Rolle nicht passieren. Aber die erste muss man nicht geben", sagte Schwab. Gerade die Geschehnisse rund um seine erste Verwarnung sorgten auf beiden Seiten für Unmut. Schwabs Zweikampf mit Antoine Bernede endete mit einem Schienbeinbruch des Salzburg-Profis, Gelb sah Schwab dafür aber erst rund eineinhalb Minuten später. Rapid-Coach Didi Kühbauer hatte dafür kein Verständnis. "Ich habe mir die Szene öfter angeschaut. Bernede erwischt Schwab am Schienbein, Schwab kann nichts dafür."

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Die zwei Gelben Karten für den 18-jährigen Dalibor Velimirovic, der wie schon beim Derbysieg eine äußerst gelungene Talentprobe ablieferte, waren für Kühbauer vertretbar. "Aber vor der zweiten hat es ein Foul an Hofmann gegeben, das jeder im Stadion gesehen hat", kritisierte der Rapid-Coach, der seiner Mannschaft nichts vorwerfen konnte: "Trotz Unterzahl haben es die Jungs sehr gut gemacht. Das letztendlich 20 Sekunden zum Elfmeterschießen gefehlt haben, schmerzt natürlich. Ich bin stolz auf die Leistung."

"Geiler Cup-Fight"

Kühbauers Gegenüber Jesse Marsch war erleichtert: "Es war ein wichtiger Sieg für uns, viel Emotion. Aber unsere Jungs haben gut gespielt. Ich denke, dieser Sieg ist ganz verdient. Das ist wichtig für uns."

Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer zollte der Gastgeber-Mannschaft, die sich wie im Finale im Mai geschlagen geben musste, Respekt. "Wir haben echt viel investieren müssen über 120 Minuten, damit wir da eine Runde weiterkommen. Rapid hat es ganz ordentlich gemacht. Sie haben die Räume eng gemacht, sind gut gestanden", sagte der ÖFB-Teamspieler und sprach die eigenen Probleme an diesem Abend an: "Wir haben teilweise zu lange gebraucht im Passspiel, waren auch von der Positionierung nicht optimal. Im Großen und Ganzen haben wir probiert, Druck auszuüben und Chancen zu kreieren."

Ähnlich sah es auch Zlatko Junuzovic. "Wir haben zwar sehr viel Ballbesitz gehabt, sind aber nicht in die gefährliche Zone gekommen, weil Rapid zwei Blöcke aufgestellt hat. Im Umschaltspiel waren sie sehr gefährlich", erklärte der Mittelfeldspieler. "Wir haben es uns heute selbst schwer gemacht. Aber durch unsere Mentalität haben wir in der letzten Sekunde das Tor gemacht. Das Happy End ist da. Es war ein geiler Cup-Fight."