Ndzie zurück bei Rapid: Warum der 2,5-Millionen-Mann keine Hilfe war
Neustart: 2026 soll es für Martin Ndzie bei Rapid bergauf gehen.
Am Dienstag war es so weit. Johannes Hoff Thorup hat auch den Letzten seiner Spieler im Kader persönlich kennengelernt. Martin Ndzie reiste vom Afrikacup nach Spanien, um ab Mittwoch unter dem neuen Rapid-Trainer in Benidorm zu trainieren.
Neben dem ersten Hallo zwischen dem Dänen und dem Kameruner war für den Chefcoach genug Zeit, sich mit Sportchef Markus Katzer über erste Erkenntnisse und Baustellen im Kader zu unterhalten.
Denn Hoff Thorup hatte für seine Spieler eine angenehme Überraschung: Der 36-Jährige versucht, trotz der kurzen Vorbereitung auf das Cupviertelfinale in Ried am 31. Jänner, einen guten Spagat zwischen harter Arbeit und Freizeit hinzukriegen: Die Rapidler bekamen für den Dienstag trainingsfrei.
Ob sich Martin Ndzie ab Mittwoch als der eigentlich eingeplante Stammsechser präsentieren kann?
„Die Zeit wird es zeigen. Er hat die physischen Attribute, um zu helfen, aber im Herbst war er nicht fit genug“, sagt Routinier Nenad Cvetkovic. Der Abwehrchef hofft: „Es wäre wichtig, dass die Spieler, in die wir investiert haben, funktionieren und uns verstärken.“
Muskelkrämpfe als Warnung
Der um 2,5 Millionen aus Israel gekaufte Ndzie startete Ende August gut, allerdings gab es Verwunderung über die mehrmaligen Muskelkrämpfe des 1,88 m großen Athleten.
Tatsächlich wurde Ndzie zu einem der Gründe für die Entfremdung von Peter Stöger und den Verantwortlichen.
Der damals grandios gestartete Chefcoach monierte, dass es für den 22-Jährigen zwar einen Medizincheck, aber nicht ausreichende Untersuchungen seiner Fitness gegeben habe. Die ersten Einsätze wären demnach mit unerwartetem Verletzungsrisiko verbunden gewesen.
Verhängnisvolle Pause in Kamerun
Ndzie wurde genauer durchgecheckt, aus dem Kader genommen und sollte langsam auf 100 Prozent gebracht werden. Tatsächlich hatte der Sechser durch die lange Wartezeit ohne Mannschaftstraining in Kamerun, zuerst auf die Transfereinigung mit Ashdod, dann auf die Rotweißrot-Card, viel von seiner Fitness eingebüßt.
Aufseiten der Rapid-Verantwortlichen herrschte hingegen Verwunderung, warum Ndzie dann oft auf der Bank saß, aber nicht mit regelmäßigen Kurzeinsätzen aufgebaut wurde.
Allerdings: Auch nach Stöger, der seinen Ärger über die Vorgänge nicht nach außen tragen wollte, kam Ndzie nicht zum Spielen. Interimscoach Kulovits setzte den 2,5-Millionen-Mann nur auf die Bank.
Keine Spielminute beim Afrikacup
So ging es auch beim Afrikacup weiter: Ndzie wurde überraschend einberufen, saß anfangs auf der Bank, dann auf der Tribüne.
Dass der Afrikaner zumindest versuchen will, neu durchzustarten, zeigt sein Verzicht auf Urlaub: Lediglich zwei Tage in seiner Heimat wurden an das Aus mit Kamerun in Marokko im Viertelfinale angehängt, ehe es nach Benidorm ging.
Und jetzt? Es wartet unerwarteter Konkurrenzkampf für die Schlüsselposition im 4-3-3.
Nicht nur Lukas Grgic hat noch einmal große Ziele, wie der Routinier im KURIER-Interview betonte.
Börkeeiet ist wieder ein Kandidat
Auch Tobis Börkeeiet präsentiert sich als Kandidat für den Solosechser.
Kulovits wunderte sich im Dezember bei der Rückkehr des Norwegers ins Training, wie gut Börkeeiet seinen Knorpelschaden vom Kunstrasen in Stockholm im April überwunden hatte.
Beim Comeback gegen Ferencvaros bildete der 26-Jährige mit Seidl und Amane ein starkes Mittelfeld-Trio und sorgte für die wesentlich stärkere zweite Hälfte beim 1:0 gegen den Tabellensechsten der Europa League.
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