Ex-Boss Platini über FIFA-Chef Infantino: "Er wurde zum Autokraten"
Infantino (r.) und Trump
Michel Platini und Gianni Infantino waren enge Weggefährten. Damit ist es seit dem Sturz des früheren UEFA-Bosses vorbei. Jetzt verbindet die beiden wohl gar nichts mehr.
Der Franzose kritisiert den früheren UEFA-Generalsekretär heftig und wirft dem FIFA-Boss im „Guardian“ vor, zu einem „Autokraten“ geworden zu sein.
Platini sagt: „Er war eine gute Nummer zwei, aber er ist keine gute Nummer eins. Er hat sehr gut bei der UEFA gearbeitet, aber er hat ein Problem: Er mag reiche und mächtige Menschen, die Menschen mit Geld.“ Der Franzose erklärt: „Das ist sein Charakter. Er war so als Nummer zwei, aber damals war er nicht der Boss.“
Ab 2009 an der Spitze
In der Zeit von Platini als Führer der Europäischen Fußball-Union war Infantino von 2009 an Generalsekretär.
Als der damalige FIFA-Präsident Joseph Blatter und Platini während der Skandaljahre im Weltfußball gesperrt wurden, stieg Infantino 2016 vom UEFA-Generalsekretär zum FIFA-Chef auf.
Im Prozess um eine Millionenzahlung wurden Blatter und Platini in der Schweiz zuletzt rechtskräftig freigesprochen.
Infantino steht unter anderem wegen seines Umgangs mit Donald Trump in der Kritik. Dem US-Präsidenten hatte der Weltverband zuletzt den neu eingeführten FIFA-Friedenspreis verliehen. „Leider hat sich Infantino immer mehr zu einem Autokraten entwickelt seit der Pandemie. Er hat das Spiel verloren. Es gibt weniger Demokratie als zu Blatters Zeiten“, sagte Platini.
Platini hofft auf Ceferin
Der frühere Weltklassefußballer setzt auf die UEFA mit ihrem aktuellen Präsidenten Aleksander Ceferin, um den Einfluss der FIFA im Weltfußball einzudämmen.
„Die UEFA war immer etwas Wichtiges: Es war ein Gegengewicht zu den dummen Sachen, die die FIFA macht. Du musst energischer sein, wenn du die Werte des Fußballs verteidigst“, sagte der 70-Jährige und meinte mit Blick auf den Slowenen Ceferin: „Ich habe keinen Kontakt zu ihm und will mich nicht einmischen, aber ich denke, das ist der einzige Weg, Infantino zu stoppen, etwas Dummes zu tun.“
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