Sport | Fußball
01.12.2018

Nicht nur der Punsch soll die Violetten erwärmen

Die Wiener Austria will mit einem Sieg über den SKN St. Pölten Boden in der Tabelle gutmachen.

Der Austria kann die Kälte einfach nichts anhaben, die Verantwortlichen erwärmen die Fan-Gemüter mit Legende Tommy Flögel, der vor dem Heimspiel gegen St. Pölten (17 Uhr/live Sky Sport Austria) Glühwein ausschenkt. Auch punschlos glücklich möchte man die Anhänger machen, am besten mit einer guten Leistung und einem Sieg. Trainer Thomas Letsch weiß um die Brisanz des Duells zwischen dem Dritten und dem Fünften: „Der SKN ist ein direkter Konkurrent im Kampf um einen Top-sechs-Platz.“

Nicht nur deshalb ist die Austria auf der Hut vor den Niederösterreichern, die in der Bundesliga bisher 13 Punkte gegen die Violetten holten. Gegen kein anderes Team schaffte der SKN seit dem Aufstieg 2016 so viele Zähler. Noch dazu erhielt man in neun Liga-Spielen in dieser Saison kein Gegentor. „Sie sind sehr stabil, auch wenn sich mit dem Trainerwechsel ein paar Kleinigkeiten verändert haben“, weiß Letsch.

Fehler abstellen

Ohnehin sollte sich die Austria vielmehr um ihr eigenes Spiel als um den Gegner kümmern, denn selbst beim Sieg in der Südstadt gab es auch für den Trainer einige Punkte zu kritisieren. „Wir müssen von hinten weg deutlich weniger Fehler machen.“ Dieses Mal kommt Routinier und Abwehrchef Michael Madl wieder zurück in die Innenverteidigung, mit ihm, so hofft Letsch, könnte auch die spielerische Linie wieder Einzug halten.

Gefallen hat dem Deutschen von seiner Mannschaft das Gegenpressing nach Ballgewinnen der Admira. Gegen St. Pölten fordert er darüber hinaus mehr Geschwindigkeit nach vorne und vor allem mehr Sprints in die Tiefe. Dafür benötigt es freie Räume vor des Gegners Tor, was für ein System mit nur einer Spitze sprechen würde. Dabei würde die Anzahl der wieder verfügbaren Offensivkräfte auch auf ein Sturm-Duo hindeuten, Letsch kann wählen aus Monschein, Sax, Edomwonyi, Friesenbichler, Ewandro und Prokop. Auch Turgeman steht wieder im Training, ein Einsatz käme allerdings noch zu früh. Letsch: „Er ist noch nicht bei 100 Prozent.“

Offensiv und aggressiv

Torhüter Patrick Pentz bestätigte nickend die Qualität der Stürmer: „Im Training treffen sie alle“, berichtet der Leidgeprüfte. „Ich erwarte von ihnen einiges.“ Mögen sie die Leistungen vom Training ins Spiel transferieren. Mit der nötigen Aggressivität will man die Kreise der Niederösterreich gleich in deren Abwehr stören, so dass sie gezwungen sind, hohe und lange Bälle nach vorne zu schlagen. „Und dann müssen wir wach genug sein, um die sogenannten zweiten Bälle zu erobern“, erklärt Letsch.

Gelingt der Austria der erhoffte Sieg, würden die Wiener bis auf zwei Punkte an die Niederösterreicher in der Tabelle herankommen. Doch deren neuer Trainer Ranko Popovic nimmt nach seinem Premierensieg gegen Innsbruck gleich den nächsten Dreier ins Visier. „Die Austria ist eine gute Mannschaft mit vielen guten Spielern, daher wird diese Partie eine Bewährungsprobe für uns.“ Zählbares möchte er vom Verteilerkreis zu Wien-Favoriten mitnehmen. Im Angriff sollen vor allem René Gartler und Pak Kwang-ryong die Austria-Defensive stören.