Fußball, U21 Freundschaftliches Länderspiel AUT vs FRA

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Sport Fußball
12/25/2019

LASK-Goalie Schlager: "Das Jahr war schon crazy"

Alexander Schlager blickt mit Freude auf 2019 zurück: Hochzeit, Unter-21-EM, Champions League, Europa League und Teamdebüt.

von Alexander Strecha

Alexander Schlager hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Beruflich wie privat. Als Österreichs Nummer 1 absolvierte er die Unter-21-EURO in Italien, es folgten starke Europacup-Auftritte mit dem LASK, der Meister Salzburg in der Liga mehr als nur auf den Fersen ist. Auch privat war dem 23-Jährigen das Glück hold, im Sommer heiratete er seine Langzeitfreundin, mit der er nun die verschobene Hochzeitsreise nachholt.

War 2019 zurückblickend ein Traumjahr für Sie?

Alexander Schlager: Auf jeden Fall, sportlich wie privat. Ich habe so viele Einsätze gesammelt wie in meiner ganzen Karriere davor nicht. Es war ein Jahr mit so vielen prägenden Momenten, mit vielen Eindrücken, mit coolen Spielen in coolen Stadien. Das Jahr war schon etwas crazy.

Gab es irgendwann den Moment, wo Sie das alles einfach nicht glauben konnten?

Diese Momente habe ich oft gehabt, in Lissabon gegen Sporting, oder in Eindhoven, aber auch in Linz, als die Champions-League-Hymne gespielt wurde. Dann kam das Nationalteam-Debüt im Happel-Stadion. Da habe ich mir schon gedacht: Wahnsinn, ist das alles schnell gegangen. Jetzt macht es mir Spaß, dass ich da überall dabei sein darf.

Harte Arbeit lohnt sich. Ein Motto, das für Sie und auch den LASK gilt?

Konsequente Arbeit, Leidenschaft und Zusammenhalt, das gilt für den ganzen Verein. Mit Liebe zum Beruf ist alles möglich.

Kann nach diesem Jahr 2020 überhaupt besser werden?

Auch wenn es schwer wird, wir sind noch nicht am Ende der Reise. Es war ein Jahr der Superlative mit Momenten, die wir alle nicht vergessen werden, wahrscheinlich für den Rest des Lebens nicht. Aber unser Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.

Welche Ziele haben Sie für das Jahr 2020?

Als Spieler weiß man, dass immer mehr geht, du adaptierst immer deine Ziele. Wenn ich das auf meine Position beziehe und mir die Top-Torhüter anschaue, dann habe ich in allen Bereichen noch sehr viel Luft nach oben. Mein Ziel ist es, hart zu arbeiten, in den Feinheiten besser und generell noch ruhiger zu werden. Als Mensch habe ich gelernt, dass man sich nicht stressen muss. Man muss vielmehr mit einer gewissen Lockerheit an die Arbeit gehen.

Lockerheit auf der einen Seite, der Druck im Profi-Fußball andererseits. Wie funktioniert dieses Wechselspiel?

Ich bin von Haus aus ein positiver Typ, das habe ich in mir. Dennoch treibt mich der innere Druck an. Aber das ist doch genau das, was dich als Sportler ausmacht. Ich versuche aus jeder Partie etwas mitzunehmen, das ich beim nächsten Mal besser machen kann. Ich arbeite auch mit einer Mentaltrainerin zusammen, wo ich einfach all diese Dinge verarbeiten kann. Es ist ein Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung. Und es geht auch darum immer wieder neue Ziele zu definieren, was gar nicht so einfach ist.

Bei der U-21-EM in Italien mit Teamchef Werner Gregoritsch.

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Im Nebel gegen Sporting Lissabon.

Beim Teamtrainining mit den Kollegen Pervan und Stankovic.

Gegen Nordmazedonien gab Schlager sein Teamdebüt.

Gaberln mit David Alaba.

Hände hoch gegen Eindhoven.

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Bei der Bruno-Gala der VdF mit Schauspielerin Proschat Madani.

In Saalfelden mit Stankovic und Pervan.

Als Dirigent beim Gastspiel in Hütteldorf gegen Rapid.

Bei der U-21-EM bei der Pressekonferenz mit Lienhart.

Der LASK gilt als Vorbild, sogar für Traditionsklubs. Werden womöglich schwierige Zeiten kommen, wenn Spieler irgendwann den Verein verlassen?

Es ist doch eine Normalität im Fußball, dass Vereine Interesse zeigen an Spielern, die international gute Leistungen bringen. Der LASK ist so aufgestellt, dass er schon zwei Schritte voraus denkt und daher für Nachhaltigkeit auf Jahre garantieren kann. Wenn große Klubs kommen und Geld zahlen, wird es für den LASK schwer sein, darauf zu verzichten. Aber ich mache mir keine Sorgen um den LASK.

Wenn Sie an 2020 denken – lieber mit dem LASK um den Titel spielen oder die Nummer 1 bei der EURO sein?

Prinzipiell will ich einmal gesund durchs Jahr kommen. Ich weiß, dass im Juni mit der EURO eine großere Herausforderung ansteht, aber ein halbes Jahr im Fußball ist schon sehr viel. Daher konzentriere ich mich jetzt auf den LASK. Es wäre schön, wenn wir im Europacup weiter für Furore sorgen können und in der Liga das Titelrennen so lange wie möglich offen halten können. Und der Rest wird von selbst kommen. Natürlich träumt man als Fußballer davon, dass man bei einer EM für sein Land spielt.

Ihr Torhüter-Kollege Pavao Pervan hat Ihnen einen Schritt mit dem Transfer ins Ausland voraus. Auch Sie werden nicht ewig in Österreich spielen. Wo würden Sie sich sehen?

Momentan bin ich sehr happy beim LASK, der mir die Möglichkeit gibt mich zu entwickeln. Außerdem habe ich noch keine fünf, sechs Profijahre am Buckel wie damals Pavao.

Wäre ein Wechsel ins Ausland noch zu früh für Sie?

Das kann ich schwer beurteilen, weil ich eben noch nie in einer anderen Liga gespielt habe. Ich traue es mir auf jeden Fall zu. Ob das England, Deutschland, Italien oder Spanien ist – die Fußballwelt bietet viele Möglichkeiten.

Wäre nur der Fußball ein Faktor bei einem Wechsel, oder auch das Land und das Lebensgefühl?

Das wäre definitiv ein Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Ich bin der Meinung, man kann die besten Leistungen nur dann bringen, wenn man sich auch außerhalb des Platzes wohl fühlt. Daher muss das ganze Paket passen. Was das Land betrifft, so gibt es überall genügend Städte, die dir ein gutes Leben bieten können.

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