Erfolgreich mit Stil: Roberto Mancini

© Pool via REUTERS/CARL RECINE

Sport Fußball
07/02/2021

Italien - Belgien: Als Mancini wegen Martinez seinen Job verlor

Belgiens Martinez gewann nur ein Duell gegen Mancini. Das kostete Italiens Teamchef bei City den Job. Der KURIER war 2013 live dabei

von Alexander Huber

Das Viertelfinale von München (21 Uhr) geht als vorweggenommenes Finale durch: Die Nummer 1 der Weltrangliste fordert das beste Team der Gruppenphase heraus. Belgien hat im Achtelfinale mit Europameister Portugal bereits ein großes Kaliber verabschiedet, Österreich spielte gegen Italien zumindest 120 Minuten lang so. Wer heute ins Semifinale einzieht, wird auch den Anspruch stellen, Europameister zu werden.

Sollte Roberto Mancini nach 31 Spielen wieder einmal mit Italien verlieren, wird er seinen Job behalten dürfen. Das war nach dem bislang letzten Duell mit Belgiens Coach Roberto Martinez ganz anders. Der KURIER war am 11. Mai 2013 im Wembley-Stadion live dabei.

Stars gegen den Underdog

Martinez hatte damals Underdog Wigan trainiert. Der Einzug ins FA-Cup-Finale galt als größter Erfolg der Vereinsgeschichte des heutigen Drittligisten. Für Manchester City schien der Titel im wichtigsten Pokalbewerb des internationalen Fußballs lediglich eine Pflichtaufgabe. Mancini trainierte damals bereits eine hochgerüstete Star-Truppe: Agüero, Tévez und David Silva vorne, Yaya Touré und Kompany für die Defensive, Dzeko und Milner als Edeljoker.

Noch dazu hatte der italienische Sir gegen den spanischen Kontrahenten eine ebenso weiße Trainer-Weste wie aktuell mit der Squadra Azzurra: Sieben Spiele gegen Martinez endeten mit sieben Siegen und 13:0 Toren.

Scharner hielt die Null

Doch mit einem überragenden Paul Scharner in der Dreierkette verteidigte Wigan die Null. In der 90. Minute traf Watson zum 1:0-Sieg, und City hatte den Blues.

Dass Martinez weiß, wie man dichtmacht, zeigte er auch schon mit den wesentlich stärkeren und talentierteren Belgiern erfolgreich vor. Vielleicht ist das wieder nötig, weil offensive Schlüsselspieler wie De Bruyne oder Eden Hazard zuletzt abgeklopft wurden.

Zwei Gentlemen am Werk

Ähnlich beeindruckend wie die Atmosphäre vor 86.254 in hell- oder dunkelblau gekleideten Fans in der „Kathedrale des Fußballs“ waren die anschließenden Pressekonferenzen mit den beiden Trainern.

Martinez nahm sich nach dem offiziellen Teil noch Zeit, um Fragen des KURIER zu beantworten, und er zeigte sich als Trainer-Gentleman ebenso freundlich wie charmant.

Hart angegangen wurde indes Roberto Mancini. Der Reporter eines Boulevard-Blatts richtete ihm aus, dass er eben seinen Job verloren hätte.

Bei so manchem Trainerkollegen wäre die Pressekonferenz an diesem Punkt eskaliert.Doch Mancini wahrte die Contenance, bedankte sich für „diese Information“ und meinte: „Bevor ich dazu Stellung nehme, würde ich das von den Klubbossen lieber noch selbst hören.“

Am nächsten Tag verkündete City die Entlassung offiziell.

Und nur zwei Tage später stieg Roberto Martinez mit Wigan in die zweite Liga ab.

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