Sport | Fußball
28.10.2018

Hubschrauberabsturz: Leicester-Klubchef unter Todesopfern

Insgesamt sollen bei dem Absturz am Samstagabend fünf Menschen ums Leben gekommen sein.

Leicester Citys Clubchef Vichai Srivaddhanaprabha ist beim Hubschrauberabsturz im Bereich des Stadions des englischen Fußball-Erstligisten tödlich verunglückt. Bei dem Absturz am Samstagabend seien insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen, teilte der Arbeitgeber von Ex-ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs am Sonntagabend per Twitter mit.

"Mit tiefem Bedauern und einem kollektiven gebrochenen Herzen müssen wir mitteilen, dass unser Präsident, Vichai Srivaddhanaprabha, zu denen gehört, die ihre Leben am Samstagabend auf tragische Art verloren", hieß es in der Mitteilung. "Keiner der fünf Menschen an Bord hat überlebt."

"Einen großartigen Mann verloren"

Der Helikopter des aus Thailand stammenden Milliardärs zerschellte nach Angaben britischer Medien auf dem Parkplatz neben dem King Power Stadium und ging in Flammen auf. "Die Gedanken von allen im Club gelten in erster Linie der Srivaddhanaprabha-Familie und den Familien deren, die zum Zeitpunkt dieses unerträglichen Verlusts, an Bord waren", hieß es. Mit Srivaddhanaprabha habe die Welt "einen großartigen Mann verloren".

FILE PHOTO -  Vichai Srivaddhanaprabha, owner of football club Leicester City, stands on stage next to the club's English Premier League trophy during a meeting with the media in Bangkok

Beim Sender Sky News berichteten Augenzeugen von einem riesigen Feuerball. Auf Bildern war ein Feuer auf dem Parkplatz zu sehen. Der Hubschrauber war nach diesen Berichten kurz zuvor im Stadion gestartet. Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen Stillstand des Heckrotors. Die Maschine habe sich daraufhin wie ein Kreisel gedreht und sei unkontrolliert abgestürzt. Einer der ersten am Unglücksort sei Leicesters Tormann Kasper Schmeichel gewesen, berichteten Augenzeugen dem Sender BBC.

Zu den Augenzeugen gehörte auch der frühere englische Nationaltorwart Peter Shilton. Er habe den Absturz mit seiner Frau beobachtet, schrieb Shilton auf Twitter. "Absolut erschüttert und schockiert. Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen, die involviert waren, und bei Leicester City."

Die Polizei twitterte am Sonntag, die Untersuchungen dauerten an. Zudem seien Experten der Flugverkehrsbehörde AAIB zur Untersuchung des Unglücks eingeschaltet worden. Auf Fernsehbildern war am Tag nach dem Unglück ein völlig ausgebranntes Wrack des Hubschraubers zu sehen.

Der 61-jährige Srivaddhanaprabha übernahm den Verein 2010, führte ihn ins Oberhaus und gewann dort in der Folge 2016 gar sensationell den englischen Meistertitel. Üblicherweise ließ er sich nach Heimspielen von Leicester aus dem Stadion fliegen. Der in den blau-weißen Clubfarben lackierte Hubschrauber landete dafür regelmäßig im Bereich des Mittelkreises. Leicester City hatte am Samstagabend ein Ligaspiel gegen Marko Arnautovic' West Ham United bestritten (1:1).

Seine Karriere hatte der Unternehmer mit dem Verkauf von importierten Waren aus Hongkong begonnen. 1989 eröffnete er ein Geschäft für zollfreie Waren. Später erlangte er das Monopol auf Duty-Free-Shops in sämtlichen Flughäfen Thailands. Bereits um die Jahrtausendwende war er Milliardär. Sein Unternehmen King Power ist Trikotsponsor von Leicester und auch Namensgeber für das Stadion der "Foxes".