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28.10.2018

Fassungslosigkeit in Leicester nach Hubschrauber-Tragödie

Noch sind keine Details zum Hubschrauber-Abturz bekannt. Der Leicester-Besitzer soll an Bord gewesen sein.

In Leicester herrscht am Morgen nach dem Hubschrauberabsturz, bei dem Klubbesitzer Vichai Srivaddhanaprabha zu Tode gekommen sein soll, vor allem Fassungslosigkeit. Noch ist nicht gesichert, wer sich in dem Hubschrauber befand; die BBC berichtet aber unter Berufung auf eine Quelle im Umfeld der Familie, dass der thailändische Milliardär unter den Opfern ist.

Leicesters Feuerwehrchef Andrew Brodie sprach zwar von einem "ernsten und tragischen" Unfall, machte aber unter Hinweis auf Familien, Freunde und Vereins-Fans keine Angaben zu Zahl oder Namen der Opfer. Die Polizei twitterte am Sonntagmorgen, die Untersuchungen dauerten an. Zudem seien Experten der Flugverkehrsbehörde AAIB zur Untersuchung des Unglücks eingeschaltet worden.

Entgegen ersten Berichten soll Cheftrainer Claude Puel hingegen nicht an Bord des Unglückshubschraubers gewesen sein, der am Samstagabend nach dem Premier-League-Match gegen West Ham United - wie nach jedem Heimspiel des Sensationsmeisters von 2016 - vom Spielfeld abhob, ehe er wenige Augenblicke später außerhalb des Stadions auf einen Parkplatz stürzte. Auch Sportdirektor John Rudkin und Klub-Vizepräsident Aiyawatt Srivaddhanaprabha, der Sohn von Vichai Srivaddhanaprabha, waren ersten Informationen zufolge nicht mit im Helikopter.

Von Seiten des Vereins erfolgte am Abend des Unglücks nur eine kurze Stellungnahme. Darin heißt es:

Wir kooperieren mit der Leicestershire-Polizei und den Einsatzkräften beim Umgang mit einem schweren Zwischenfall in der Nähe des King Power Stadium. Der Verein wird eine umfassendere Stellungnahme abgeben, sobald weitere Informationen gesichert sind.

Leicester City Football Club

Augenzeugenberichten zufolge soll der Hubschrauber kurz nach dem Start aus dem Stadion außer Kontrolle geraten sein. Ein Zeuge berichtete, der Heckrotor des Helikopters habe nicht funktioniert, was die Maschine ins Trudeln gebracht habe. Ein weiterer Zeuge sagte der BBC: "Ich sah [Leicester-Torhüter] Kasper Schmeichel als ersten heraus rennen und dann Unmengen Sicherheitsleute und Stewards."

Das Unglück weckt Erinnerungen an die Flugzeugtragödie des brasilianischen Vereins Chapecoense, bei der am 28. November 2016 beim Absturz des Flugzeugs in der Nähe des Flughafens Rionegro 71 Menschen zu Tode kamen, darunter der Großteil der Mannschaft.

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Vichai Srivaddhanaprabha ist mit einem geschätzten Vermögen von rund 3,5 Milliarden US-Dollar unter den zehn reichsten Thailändern. Der Unternehmer hatte den Klub 2010 - damals noch in der zweitklassigen Championship -  nach einem dreijährigen Engagement als Sponsor übernommen. Seit Februar 2011 war er Vorsitzender des Klubs. In der Saison 2015/16 gewann der Verein sensationell die Premier League, aktuell liegt man auf Rang 12 der Tabelle.

Im Mai des vergangenen Jahres hatte Srivaddhanaprabha sein Engagement auf den belgischen Zweitligisten Oud-Heverlee Leuven ausgeweitet.