FUSSBALL: ABSCHIEDSSPIEL FÜR RAPIDS STEFFEN HOFFMANN

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Winheims Tagebuch
09/07/2020

Hofmann bis Skocik: Erfolgsgeschichten der Fußball-Jungfrauen

Einige Legenden des österreichischen Fußballs feiern in diesen Tagen einen runden Geburtstag.

von Wolfgang Winheim

Bei alten Jungfrauen geht’s dieser Tage rund. Das ist natürlich nur eine Anspielung auf das Sternzeichen österreichischer Fußballpromis, von denen besonders viele besondere Geburtstage unmittelbar vor oder hinter sich haben.

40 Jahre

... alt wird am 9.9. Steffen Hofmann. Kein anderer bestritt so viele Spiele (544) für Rapid wie er, der nach der von FIFA-(Ex-)Präsident Sepp Blatter versprochenen, aber bald darauf verweigerten Spielerlaubnis für Österreichs Nationalteam deutscher Staatsbürger, Wien und Rapid aber dennoch treu geblieben ist. Der dreifache Familienvater engagiert sich für das Integrationsprojekt „Kicken ohne Grenzen“. Vier Tage nach seinem Geburtstag steht ihm als (Interims-) Coach das Trainerdebüt bei Rapids Zweier-Mannschaft gegen Liefering bevor.

Fussball  LASK Linz - TSV Hartberg

60 Jahre

.... werden mit Leo Lainer (10.9.) und Kurt Garger (15.9) zwei topfitte, drahtige Herren, die es als verlässliche Abwehrrecken 1985 mit Rapid bis ins Europacupfinale gebracht und in den 90er-Jahren auch die großen Zeiten der Salzburger Austria miterlebt hatten. Der Papa vom aktuellen (im Stil unverwechselbaren) Teamverteidiger Stefan Lainer ist Scout bei Red Bull. Kurt Garger war mit drei Klubs (Rapid, Salzburg, Innsbruck) vier Mal Meister.

Auf sein siebenmonatiges letztes Trainerabenteuer in China, das er mit Franz Weber und (dem kurz danach verstorbenen) Christoph Westerthaler gewagt hatte, blickt er mittlerweile ohne Zorn zurück. Obwohl für das anfänglich hofierte Trio bei den Yunnan Flying Tigers an den Ausläufern des Himalaya die Luft in 2.400 Metern Höhe bald dünn wurde. Und obwohl sich Garger ähnlich äußert wie deutsche China-Heimkehrer: „Im Gegensatz zu Europäern spielen die Chinesen net seit fast 200, sondern erst seit 25 Jahr’ Fußball. Trotzdem wollen’s einem erklären, wie Fußball funktioniert.“

80

... Jahre alt sind soeben die ehemaligen Weltenbummler Hermann Stessl (3.9.) und Walter Skocik (6.9.) geworden. Ihre Trainerstationen zusammengezählt hatten’s die zwei auf 34 Klubs in elf Nationen gebracht.

Stessl war der erste Trainer, der einen österreichischen Klub (Austria 1978) bis ins Europacupfinale führte. Der Steirer war die personifizierte Gelassenheit. Schiedsrichter schätzten ihn mehr als mancher Boulevard-Journalist. Trotzdem setzte er sich auch in Südeuropa (Portugal, Griechenland) durch. Nach seiner Heimkehr mit Stationen in Graz, Wien (neuerlich Austria) und Salzburg verbrachten „fast 10.000 Jugendliche“ ihre Ferien in den Hermann-Stessl-Nachwuchscamps. Nur heuer stand Corona-bedingt der Betrieb still. „Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht verantworten, wenn sich auch nur einer in meinen Camps infiziert.“

Auch Skocik könnte wie Stessl als Mittsechziger der Öffentlichkeit verkauft werden, so unverändert g’sund sieht er aus. Dabei hat der stets freundliche einstige National- und Rapid-Meisterspieler eine aufregende Trainerkarriere hinter sich, die ihn bis nach Saudi-Arabien, auf die Kanaren und nach Griechenland führte.

Der soeben zu PAOK Saloniki gewechselte Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab wird bestätigen, welch guten Ruf Skocik in Saloniki noch heute genießt. Zumal Skocik PAOK zu einem von nur drei Meistertiteln in der Klubhistorie verholfen hatte.

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