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Sport Fußball
09/16/2019

Heftige Kritik an Ex-Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel

Zwist in der Schweiz: Young Boys Bern schießt scharf gegen Fredy Bickel, den neuen Geschäftsführer von Grasshoppers Zürich.

von Alexander Strecha

Es ist ein beispielloser Vorgang im Schweizer Fußball. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung des Schweizer Meisters schießen auf der offiziellen Homepage scharf – gegen ihren früheren Sportchef Fredy Bickel (54), wie der Blick berichtet. Auslöser sind verschiedene Interviews, die Bickel nach seiner Ernennung zum Grasshoppers-Geschäftsführer letzte Woche gegeben hat.

Angesprochen auf die finanziellen Verluste in seiner Amtszeit, sagte Bickel in der Berner Zeitung: "Vielleicht war ich zu nett und hoffte zu lange, es würde schon gut kommen." Schließlich erhebt Bickel  den Vorwurf, dass ihn der heutige Young Boys-CEO Wanja Greuel beim Fussballverband in Misskredit gebracht habe. Greuel, so Bickel, habe kein gutes Haar an ihm gelassen.

Nun folgte der Konter von Young Boys. "Wir wehren uns, wenn YB-Mitarbeitende verunglimpft werden. Wir haben kein Verständnis dafür, dass drei Jahre nach einem Austritt aus der Firma Betriebsgeheimnisse und Internas, teilweise falsch dargestellt, preisgegeben werden. Gegen schwere Verletzungen der arbeitsvertraglichen Treuepflicht behalten wir uns vor, Rechtsmittel einzuleiten."

In letzter Zeit waren in verschiedenen Medien Aussagen eines ehemaligen leitenden YB-Angestellten im Sportbereich zu lesen. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung des BSC Young Boys möchten dazu Folgendes festhalten:
 
- Wir wehren uns, wenn YB-Mitarbeitende verunglimpft werden.
 
- Wir haben kein Verständnis dafür, dass drei Jahre nach einem Austritt aus der Firma Betriebsgeheimnisse und Interna, teilweise falsch dargestellt, preisgegeben werden. Gegen schwere Verletzungen der arbeitsvertraglichen Treuepflicht behalten wir uns vor, Rechtsmittel einzuleiten.
 
- Selbstverständlich liegt das finanzielle Ergebnis der Young Boys nie in der Verantwortung eines einzelnen Mitarbeiters. Aber es trifft zu, dass von 2013 bis 2016 und somit in der Amtszeit des ehemaligen Mitarbeiters im Sportbereich operative Verluste von über 40 Millionen Franken resultierten, die uns immer noch belasten.
 
- Die Besitzer des BSC YB freuen sich sehr, dass aus den Fehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse gezogen wurden und die Young Boys sowohl sportlich als auch wirtschaftlich dank Kurskorrektur sehr gut unterwegs sind.
 
- Die Führung der Young Boys konzentriert sich in der Regel ganz auf die Gegenwart und Zukunft und wird dies ab sofort auch wieder tun. Im vorliegenden Fall sorgt der Blick in die Vergangenheit für eine Ausnahme, um zu dokumentieren, dass es Grenzen gibt. Und diese Grenzen dürfen aus unserer Sicht nicht überschritten werden.