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Sport Fußball
09/30/2021

Hammer und Siege: Das ist der außergewöhnliche Rapid-Gegner West Ham

Der Traditionsklub aus London hat Geld und Erfolg. Aber die Fans der „Hammers“ sind vor der Europa-League-Premiere gegen Rapid sauer

von Alexander Huber

Bereits 1895, also noch vier Jahre vor Rapid, wurde West Ham gegründet. Der Traditionsklub aus London hat 1965 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Im Jahr darauf holten drei „Hammers“ die erste und einzige Weltmeisterschaft für England. Teamkapitän Bobby Moore und Geoff Hurst (Wembley-Tor!) sind auch in Österreich bekannt.

Umso verwunderlicher ist es, dass heute um 21 Uhr eine Premiere angepfiffen wird. Bis auf die Gastspiele von Emanuel Pogatetz und Marko Arnautovic gab es bisher keine auffällige Verbindung in rot-weiß-rot. Rapid fordert als erste Bundesliga-Mannschaft das Team aus dem East End.

Bei der Auslosung jubelten die Rapidler noch über den außergewöhnlichen Gegner, mit der Krise kam auch ein wenig Bauchweh dazu: Plötzlich heißt die wahre Hürde WSG Tirol.

Stolze Arbeitervereine

Historische Verbindungen gäbe es zwischen den beiden Vereinen vom (damaligen) Stadtrand einige. Gegründet von Werftbesitzern waren Träger des Trikots in den speziellen Farben „claret and blue“ immer stolz auf ihren Arbeiterverein.

Political Correctness hatte auf den Rängen wenig Platz und wie in Hütteldorf verbindet die Anhängerschaft Emotion mit großen Träumen. „I’m forever blowing bubbles“ heißt es in der Klub-Hymne – dass Seifenblasen schnell zerplatzen, nimmt man als Fan hin.

Berüchtigte Hooligans

Ab den 70er Jahren wüteten Hooligans nicht nur gegen Erzrivale Millwall, sondern auch bei Europacup-Fahrten. Mit „Green Street“ sorgte West Ham für einen wesentlichen Eintrag im Genre „Hooligan-Film“.

Dennoch werden auch Promis wie die Queen, Prinz Harry, Sänger Morrissey oder Schauspieler Matt Damon als Fans der „Hammers“ ausgewiesen.

Porno-Millionen

Wenig Fans haben die beiden Eigentümer David Sullivan und David Gold. Nicht, weil die Bosse ihre Millionen in der Pornobranche gemacht haben. Das würde bei einem Verein wie West Ham maximal Anlass für ein zotige Pointe geben.

Sondern, weil sie den Klub in die „seelenlose Schüssel“ verpflanzt haben. Gemeint ist das für Olympia 2012 eröffnete Stadion, das für den Fußball umgebaut wurde. Schön, modern, groß (60.000 Plätze) ist es, das London Stadium – aber trotz Entfernung der Laufbahn eine weitläufige Arena.

2016 erfolgte der Abschied aus dem berüchtigt engen und lauten, aber kleinen Upton Park.

"Dildo Boys" oder Finanzkrake?

Das Führungsduo könnte den passenden Zeitpunkt nutzen, um den Verein an einen Hedgefonds zu verkaufen. Und viele Fans fragen sich: Was ist schlimmer, die „Dildo Boys“ oder die Finanzkrake?

Neben den Ticketeinnahmen und den TV-Geldern erhöhte sich auch die Trefferquote bei den Transfers. Obwohl im Sommer nichts eingenommen wurde, kamen im August noch Kurt Zouma (Chelsea) um 35 Millionen und Nikola Vlasic (ZSKA Moskau) um 30 Millionen.

West Ham feiert gegen Rapid, den Rekordteilnehmer an der Europa League (neun Mal dabei), die späte Premiere eines Heimspiels in einer Gruppenphase. Dementsprechend motiviert werden die Fans der „Hammers“ sein.

Allen Ärger zum Trotz.

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