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19.11.2018

ÖFB-Team 2018 mit meisten Siegen seit 36 Jahren

Sieben Mal ging die Foda-Truppe in diesem Jahr als Sieger vom Platz. 1982 gab es acht Siege.

Österreichs Nationalteam hat das Jahr 2018 am Sonntag mit einem 2:1-Auswärtserfolg gegen Nordirland abgeschlossen und damit seinen siebenten Länderspielsieg in diesem Jahr gefeiert. Zumindest so viele Siege hatte ein ÖFB-Nationalteam zuletzt vor 36 Jahren geholt, als im Jahr der WM 1982 in Spanien acht Siege geschafft worden waren. Damals wie heuer wurden elf Länderspiele absolviert.

"Von der grundsätzlichen Entwicklung her darf man nicht unzufrieden sein. Die Arbeit von Franco Foda und seinem Team ist von einer nachhaltigen Linie gekennzeichnet und hat die notwendige Qualität", zog ÖFB-Präsident Leo Windtner positiv Bilanz. Der Oberösterreicher erkennt einen positiven Trend und blickt zuversichtlich auf 2019, wenn es in der EM-Qualifikation ans Eingemachte geht. Ein Highlight des zu Ende gehenden Jahres sei unter anderem der 2:1-Testspielsieg gegen Deutschland im Juni in Klagenfurt gewesen, weniger gern denkt der 68-Jährige an das 0:1 im September zum Nations-League-Auftakt in Bosnien-Herzegowina zurück.

Länderspiele 2018 in Bildern:

Länderspiel-Bilanz 2018

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23. März (Test): Österreich - Slowenien 3:0 (2:0). Klagenfurt, 18.100, Tore: Alaba (15./Freistoß), Arnautovic (36., 51.)

27. März (Test): Luxemburg - Österreich 0:4 (0:2). Luxemburg, 2.100. Tore: Arnautovic (4.), Grillitsch (59.), Gregoritsch (59.), Schaub (84.)  

30. Mai (Test): Österreich - Russland 1:0 (1:0) Innsbruck, 14.500 Tor: Schöpf (28.)

2. Juni (Test): Österreich - Deutschland 2:1 (0:1). Klagenfurt, 29.200. Tore: Hinteregger (53.), Schöpf (69.) bzw. Özil (11.)

10. Juni (Test): Österreich - Brasilien 0:3 (0:1). Wien, 48.500. Tore: Jesus (36.), Neymar (63.), Coutinho (69.)

6. September (Test): Österreich - Schweden 2:0 (1:0). Wien, 11.100. Tore: Helander (11./Eigentor), Alaba (64.)

11. September (Nations League): Bosnien-Herzegowina - Österreich 1:0 (0:0). Zenica, 10.000. Tor: Dzeko (78.)

12. Oktober (NL): Österreich - Nordirland 1:0 (0:0). Wien, 22.300. Tor: Arnautovic (71.)

16. Oktober (Test): Dänemark - Österreich 2:0 (1:0), Herning, 7.386. Tore: Lerager (29.), Braithwaite (93.)

15. November (NL): Österreich - Bosnien-Herzegowina 0:0. Wien, 37.200.  

18. November (NL): Nordirland - Österreich 1:2 (0:0). Belfast, 17.900. Tore: C. Evans (57.). bzw. X. Schlager (49.), Lazaro (93.)

Übergangsjahr

Allerdings sei 2018 prinzipiell nur ein Übergangsjahr gewesen auf dem Weg zum großen Ziel, der Teilnahme an der EURO 2020. Ein Ticket für das paneuropäische Turnier wäre für den ÖFB in mehrerer Hinsicht erstrebenswert. "Es würde der gesamten Fußballszene Österreichs Rückenwind geben und eine Begeisterungswelle für Nachwuchs-Sicherung sorgen."

Außerdem gibt es noch einen finanziellen Aspekt. "Natürlich bringt eine Turnierteilnahme auch immer einen wirtschaftlichen Anschub, das haben wir sogar bei der für uns nicht erfolgreichen EM 2016 gespürt. Es ist aber nicht so, dass wir aus Budgetsicht sonst Probleme hätten. Wir sind sehr solide aufgestellt und haben verlässliche und loyale Sponsoren", betonte Windtner.

Die beste Quote der jüngeren Vergangenheit gab es 1996, als bei sechs Spielen fünf Siege und ein Remis gelangen. Auch in den Jahren 1997 und 2015, als sich Österreich für Großereignisse (WM 1998 und EURO 2016 jeweils in Frankreich) qualifizierte, war die Erfolgsquote prozentuell besser.

Unter den Teamchefs Herbert Prohaska (1997) und Marcel Koller (2015) wurden jeweils bei nur acht Spielen sechs Siege gefeiert.

Das statistisch schwächste Jahr seit Jahrzehnten gab es übrigens im Jahr 2007, dem Jahr vor der Heim-EURO, als in zwölf Länderspielen nur ein Sieg gelang.

Länderspiel-Bilanz seit 1996, dem bisher letzten Jahr ohne Niederlage:

1996 ( 6):   5 Siege  1 Remis 0 Niederlagen  Tordifferenz: 7:1   (Prohaska)
1997 ( 8):   6  0  2  14:5   (Prohaska)
1998 (11):   4  4  3  23:15  (Prohaska)
1999 ( 7):   3  1  3  15:20  (Prohaska, Baric)
2000 ( 7):   2  3  2  11:10  (Baric)
2001 (10):   3  2  5   9:16  (Baric)
2002 ( 8):   3  1  4  10:13  (Krankl)
2003 ( 8):   3  1  4  14:13  (Krankl)
2004 ( 8):   2  4  2  14:13  (Krankl)
2005 ( 9):   3  4  2  11:8   (Krankl, Ruttensteiner)
2006 ( 8):   3  1  4  12:14  (Hickersberger)
2007 (12):   1  6  5   7:13  (Hickersberger)
2008 (13):   2  4  7  19:25  (Hickersberger, Brückner)
2009 ( 9):   3  1  5  10:17  (Brückner, Constantini)
2010 ( 7):   3  1  3  12:9   (Constantini)
2011 (11):   2  2  7  13:21  (Constantini, Ruttensteiner, Koller)
2012 ( 8):   4  2  2  13:8   (Koller)
2013 (10):   5  1  4  17:12  (Koller)
2014 ( 8):   4  3  1  10:7   (Koller)
2015 ( 8):   6  1  1  19:6   (Koller)
2016 (12):   3  3  6  12:17  (Koller)
2017 ( 8):   4  3  1  11:7   (Koller, Foda)
2018 (11):   7  1  3  15:8   (Foda)