FBL-EUR-C1-LIVERPOOL-NAPOLI

Jürgen Klopp hat sich das alles in der Gruppenphase ein wenig anders vorgestellt. 

© APA/AFP/OLI SCARFF / OLI SCARFF

Sport Fußball
11/28/2019

Frust bei Liverpool: Kein "Urlaubsspiel" in Salzburg

"Bei uns denkt jeder: Oh mein Gott, das wird schwer. Und es wird schwer, das ist klar", sagt Jürgen Klopp.

Der Weihnachtstrip des Titelverteidigers in die Mozartstadt ist abgesagt. "Ich weiß, wie Menschen ticken. Die Leute wollten, dass wir heute die Gruppe finalisieren und ein Urlaubsspiel gegen Salzburg haben. Aber das passiert nicht, und es wird auch nie passieren", sagte Jürgen Klopp am Mittwochabend nach dem 1:1 von Liverpool im Champions-League-Heimspiel gegen Napoli.

Die Reds verpassten den anvisierten Sieg und müssen am letzten Spieltag in zwei Wochen in Salzburg zumindest ein Remis holen, um nicht hinter die Italiener und Österreichs Meister zurückzufallen. So schrieb auch die Zeitung Liverpool Echo am Donnerstag: "Der Trip nach Salzburg im kommenden Monat wird nicht der fröhliche Urlaub, den viele Fans im hektischen Dezember-Programm erhofft haben. Statt eines Spiels um die Goldene Ananas gilt es, auf dem Spielfeld zu arbeiten."

"Salzburg ist eine gefährliche, quirlige Mannschaft"

Der London Evening Standard sprach die drückende Mehrfachbelastung an: "Sie (Liverpool) hätten es wirklich schaffen können, ohne etwas gegen ein Team zu benötigen, das ihnen diese Saison unzählige Probleme im Anfield bereitet hat. Im nächsten Monat sind die Reds bereits ausgelastet. Sie haben durch dieses Ergebnis eine günstige Gelegenheit verabsäumt, in Österreich kräftig zu rotieren."

Der Telegraph warnte vor den Salzburgern: "Das Unentschieden ist nicht genug, Salzburgs Chancen, Liverpool in die Europa League zu schicken, zu eliminieren. Die Österreicher werden sich auf die größte Nacht ihrer Geschichte vorbereiten, nachdem sie Klopps Mannschaft an der Merseyside bereits Angst gemacht haben." Zuversichtlicher scheint Daily Mirror zu sein: "Zumindest kann er (Klopp) auf vergangene Saison zurückblicken, als der Aufstieg in die K.o.-Phase auch im finalen Gruppenspiel entschieden wurde. Und sehen, was dabei rauskam. Red Bull Salzburg ist eine gefährliche, quirlige Mannschaft, aber Liverpool sollte zu viel für sie sein."

Napoli war an der Anfield Road nach 21 Minuten durch Dries Mertens in Führung gegangen, Dejan Lovren glich per Kopfball nach einer Ecke in der 65. Minute aus. Den kriselnden Süditalienern gelang es vorzüglich, defensiv stabil zu stehen und über Konter Gefahr auszustrahlen. Im Heimspiel gegen Genk hat Napoli nun beste Aussichten auf den Achtelfinal-Aufstieg. "Sie denken jetzt, dass sie schon durch sind und vielleicht sind sie das", merkte Klopp an. "Bei uns denkt jeder: Oh mein Gott, das wird schwer. Und es wird schwer, das ist klar."

Was Klopp über das Unentschieden hinaus ärgerte, war die Verletzung von Fabinho, der mit einer Knöchelblessur schon nach 20 Minuten vom Feld musste. Der brasilianische Mittelfeldmann könnte länger ausfallen, die genaue Dauer war vorerst unklar. "Diese Verletzung tut unglaublich weh", sagte Liverpools Coach. In der Premier League auf Kurs zum erträumten ersten Meistertitel seit 1990, erwartet die Reds im Dezember ein dichter Spielplan. Zehn Spiele sind es bis Jahresende noch, die Liverpool zu absolvieren hat.

Voller Kalender

Dabei muss der Champions-League-Sieger auch bei der Klub-WM in Katar antreten. Vor dem Auswärtsspiel in Salzburg geht es auswärts gegen Bournemouth, vier Tage danach in der Liga daheim gegen Watford. Ausrasten werden sich die Spieler nur bedingt können. "Wenn wir in der Champions League Ambitionen haben, müssen wir das in Salzburg zeigen. Bis dahin müssen wir zeigen, dass wir auch in der Premier League Ambitionen haben", verdeutlichte Klopp.

Napoli durfte die englische Merseyside als heimlicher Sieger verlassen. Seit Wochen in die Krise geschrieben, zeigten die in der Serie A nur auf Platz sieben liegenden Italiener einen starken Auftritt und keine Anzeichen von internen Problemen. "Ich habe viel Bereitschaft und Persönlichkeit gesehen", betonte Trainer Carlo Ancelotti. "Natürlich wusste ich, dass wir uns beizeiten schwertun werden. Aber ich wusste auch, dass wir ihnen ebenfalls Probleme bereiten können. Vielleicht war das Spiel ästhetisch weniger wertvoll, aber wir haben eine starke Vorstellung gezeigt."

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