Salzburgs Gegner: Go Ahead Eagles und andere schräge Vögel

Jubel im Europacup: Zwei Spieler der Go Ahead Eagles freuen sich.
Salzburg empfängt in der Europa League den niederländischen Cupsieger Go Ahead Eagles. Nur einer von vielen kreativen Vereinsnamen im internationalen Fußball.

Nach drei Spielen steht Salzburg in der Europa League noch immer mit leeren Händen da. Das soll sich am Donnerstag ändern, wenn die Go Ahead Eagles in der Red-Bull-Arena zu Gast sind (18.45/live auf Sky). Der niederländische Cupsieger aus der 100.000-Einwohner-Stadt Deventer galt vor der Auslosung als einer der leichtesten Gegner im Bewerb. Nach zwei Siegen gegen Panathinaikos und Aston Villa darf man die Mannschaft von Trainer Melvin Boel aber keinesfalls unterschätzen.

Für die Go Ahead Eagles war der Cupsieg 2025 der erste Titel nach 92 Jahren, in den letzten Jahrzehnten war man öfter in der zweiten Liga als im Europacup. 1933 hatte man den letzten von vier Meistertiteln gewonnen – allerdings noch unter anderem Namen. Wie kam es überhaupt zu dem doch etwas ungewöhnlichen Namen? 1902 wurde der Verein als „Be quick“ gegründet, zu Deutsch „Sei schnell“. Kaum zu glauben, aber wahr: Den Namen gab es schon, und so musste man sich 1905 umbenennen. Unter Deventer Voetbalvereniging Go Ahead feierte man die größten Erfolge.

Ein Missverständnis

Das „Go Ahead“ (deutsch: Vorwärts) kommt nicht etwa aus Steyr, sondern entstand der Legende nach aus einem Missverständnis. So soll es bei einem Spiel Kommunikationsprobleme mit dem Schiedsrichter gegeben haben, der Unparteiische soll daraufhin wiederholt „Go ahead“ gesagt haben, um den Spielern zu signalisieren, dass sie weitermachen sollten. Den Vereinsfunktionären gefiel der Ausdruck so gut, dass sie den Verein so benannten.

Die Eagles kamen erst in den 1970er-Jahren dazu. Um die Profiabteilung zu kennzeichnen, fügte man das Wappentier der Stadt Deventer hinzu, das auch im Vereinswappen zu sehen ist. Somit waren die Adler endgültig geschlüpft. Die Heimspiele tragen die Go Ahead Eagles übrigens im Stadion De Adelaarshorst aus – also im Adlerhorst. Der bietet immerhin 10.400 Zuschauern Platz.

Kreative Namen

Im Fußball gibt es aber noch viel mehr Vereine mit außergewöhnlichen Namen. Auf Amateurebene sowieso („Hinter Mailand“, „Energie Kopfnuss“ …). Aber auch im Profibereich gibt es längst viel mehr als den klassischen „FC“ und „SV“.

Crystal Palace etwa, der Klub von Trainer Oliver Glasner, wurde nach dem Kristallpalast in London benannt, der für die Weltausstellung 1851 erbaut wurde. Die Young Boys Bern wollten sich von den Basler Old Boys unterscheiden. Die Spieler von Grasshopper Zürich dürften außergewöhnlich beweglich und geschickt gewesen sein – wie ein Grashüpfer. Die genaue Herkunft des Namens ist jedoch nicht bekannt. Defensa y Justicia aus Argentinien heißt übersetzt „Verteidigung und Gerechtigkeit“. Einen besonderen Grund für die Namensfindung soll es keinen gegeben haben. Dass die Mannschaft offensiv sehr stark ist und viele gelbe Karten kassiert, ist lediglich ein Gerücht.

Der FC Kiffen 08 hieß ursprünglich Kronohagens IF, kurz KIF. Daraus wurde Kiffen, der Verein aus Helsinki ist vierfacher finnischer Meister. Chicken Inn FC ist keine Fast-Food-Kette, sondern ein Fußballklub aus Zimbabwe – und war 2015 sogar Meister. Clwb Pêl Droed Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch Football Club ist ein außergewöhnlich langer Vereinsname, aber der Klub aus Wales ist einfach nur nach dem Ort Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch benannt. Und ein Horror für jeden Kommentator.

Kommentare