Sport | Fußball
05.09.2018

Eine Nationalteam-Premiere sorgt für Staunen

Das Schweden-Spiel am Donnerstag in der Generali Arena war nicht unumstritten.

Natürlich ist im Teamcamp in der Steiermark die Premiere, die am Donnerstag steigt, täglich ein Thema. Zum ersten Mal findet ein Länderspiel in der Generali Arena in Wien-Favoriten statt, dem Stadion der Wiener Austria. 15.000 Fans finden bei internationalen Spielen Platz, lediglich knapp mehr als 10.000 Tickets waren bis vor Kurzem erst verkauft.

Der äußerst enttäuschende Wert hat auch einen konkreten Hintergrund: Bei beiden Wiener Großklubs scheint nämlich der harte Fan-Kern an einer Team-Allergie zu leiden. Die Gespräche des ÖFB mit Rapid über ein mögliches Spiel im Allianz Stadion dauerten nicht lange, da schnell klar wurde, dass die Ultras ihre Hausmacht nicht einmal für 90 Minuten aufgeben wollen. Es sollte eben kein Nicht-Rapidler die Fantribüne „entweihen“.

Widerstände

Aber auch der Weg zum Länderspiel in der Generali Arena war nicht frei von Friktionen, denn manche Austria-Fans sträubten sich gegen die Partie gegen Schweden, wie auf Spruchbändern bei den bisherigen violetten Heimspielen zu lesen war. AG-Vorstand Markus Kraetschmer machte in einem Gespräch den Fans klar, dass man das Match austragen wird. Die Austria selbst verkaufte Tickets für ihre Mitglieder und Abonnenten für die Fantribüne im Osten, ein Großteil der Nationalteam-Anhänger wird daher auf die Westtribüne ausweichen.

Den Spielern bereiten diese Hintergründe kein Kopfzerbrechen, vielmehr freuen sich manche Ex-Austrianer auf eine Rückkehr in das neue Stadion. Aleksandar Dragovic kennt die neue Arena nur von TV-Bildern her, aus den Zeitungen oder von Social-Media-Videos. „Was ich gesehen habe, ist beeindruckend und steigert natürlich die Vorfreude, wieder dort zu spielen. Jetzt kann ich mir ja persönlich ein Bild von der Arena machen. Ein Länderspiel zu absolvieren bei meiner Austria, das ist schon eine tolle Sache. Immerhin habe ich bei dem Klub in allen Nachwuchs-Teams gespielt und es dann in die erste Mannschaft geschafft.“

Heimkehr nach Favoriten

Heinz Lindner kämpft bei seiner Heimkehr an den Verteilerkreis um die Nummer 1 im österreichischen Tor. Für ihn wäre es freilich etwas Besonderes, am Donnerstag gegen die Schweden das Tor zu hüten. „Die Austria ist mein Herzensverein, daher habe ich zu diesem Stadion eine besondere Beziehung.“ Mit 15 Jahren wechselte er einst aus Oberösterreich in die Austria-Akademie. „Außerdem haben wir in diesem Stadion den Meistertitel fixiert und es in die Gruppenphase der Champions League geschafft.“ Jetzt hofft er auf ein volles Haus und eine gute Stimmung.

David Alaba hat nur wenige Spiele für die Austria Amateure im Stadion am Verteilerkreis absolviert. „Trotzdem sind das besondere Erinnerungen und Momente. Weil dort für mich viel begonnen hat.“ Nicht weniger als eine Weltkarriere. Auch Andreas Ulmer machte seine erste Gehversuche im Profi-Fußball bei der Austria und kickte gemeinsam mit manchen aktuellen Nationalteamkollegen im violetten Nachwuchs.

Lindner und Kollegen werden das Stadion aber erst beim Aufwärmen zum Schweden-Match kennenlernen, da das Abschlusstraining nicht wie üblich am Spielort, sondern noch im Teamcamp in Bad Waltersdorf abgehalten wird.