Voller Einsatz: Florian Klein (re.) und die Austria stehen unter Druck.

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Sport Fußball
05/12/2019

Austria will mit einem Sieg zwei Derbys verhindern

Die Wiener stehen bei Sturm vor einem Pflichtsieg. Sonst drohen zwei Duelle gegen Rapid.

von Alexander Strecha

Der Gang nach Graz zu Sturm ist für die Austria besonders schwer, weil doppelt brisant. Der Tabellenfünfte aus Wien braucht drei Punkte, um die Grazer einzuholen und um die Chance auf die Ränge drei oder eher vier noch zu wahren. Gelingt kein voller Erfolg, dann drohen zum Saisonausklang womöglich zwei Derbys um den letzten zu vergebenden Europacup-Platz. Highnoon am 30. Mai und am 2. Juni – sofern Rapid die 1. Runde der Europa-League-Play-offs übersteht.

Diese zwei Prestigeduelle hätten ob der Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit besondere Brisanz. Zum einen das Derby in der Generali-Arena im Dezember 2018, als Rapid-Fans von der Polizei angehalten und eingekesselt wurden. Zum anderen das Cupfinale zwischen Rapid und Salzburg, das letztlich aufgrund von Sicherheitsbedenken der Polizei doch nicht wie vorgesehen in der Generali-Arena ausgetragen wurde. Im Fall des Falles stünden zwei Derbys binnen vier Tagen auf dem Programm, das zweite und alles entscheidende wieder in Favoriten. Hat die Polizei abermals Bedenken?

Nur Siege zählen

Bei der Austria ist dieses Szenario derzeit kein Thema, wenngleich man schon vor Wochen die mit der Polizei beschlossenen Umstrukturierungen bezüglich des Zugangs der Gästefans umgesetzt hat. Sicherheitsbeauftragter Andreas Trimmel erklärt: „Bei den letzten Heimspielen hat das ohne Probleme geklappt.“ Sollten die Bedenken dennoch zu groß sein, wäre die Variante ohne Gästefans vorstellbar, wie sie seit vielen Jahren bei Athener Derbys Usus ist.

Doch so weit soll es gar nicht kommen, wenn es nach der Austria geht. Sie will sich viel lieber direkt für den Europacup qualifizieren, also mindestens Platz vier erreichen. „Wir wissen, dass wir die Qualität haben, um Sturm zu schlagen. Ich habe ein gutes Gefühl. Es geht nur um die Umsetzung. Wir müssen jene Situationen, die sich für uns ergeben, extrem schnell erkennen und nutzen“, meint Cheftrainer Robert Ibertsberger. „Es helfen uns nur noch Siege.“ Stürmer Alon Turgeman fehlt weiterhin verletzungsbedingt.