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Sport | Fußball
01/09/2019

Die Problemzonen im ÖFB-Nationalteam

Der Teamchef spricht über die kurze Vorbereitung auf das Spiel gegen Polen, neue Kandidaten und bekannte Sorgenkinder.

Teamchef Franco Foda absolvierte seinen ersten offiziellen Termin des Jahres in der Messe Wien im Rahmen der „Vienna Autoshow“. Der ÖFB präsentierte VW als neuen Sponsor für A-Team, U-21-Nationalmannschaft und Frauen-Auswahl – mindestens für zwei Jahre plus Option auf zwei weitere Jahre.

Franco Foda lenkt in nächster Zeit sein neues Dienstauto oft in Richtung Flughafen. „Wir besuchen die Spieler und reden mit ihnen. Wir schauen uns manchmal fünf Spiele pro Woche an, jeder von uns.“ Wir – das sind Foda selbst und seine beiden Assistenten Thomas Kristl und Imre Szabics.

Die Teamchefs müssen ihre Arbeit umstellen seit Einführung der Nations League. Es gibt so gut wie keine Testspiele mehr. Im Herbst 2018 gab es die Nations League als Hintertür zu vier EM-Tickets. Und der Terminkalender 2019 ist mit den EM-Qualifikationsspielen prall gefüllt. Somit fällt ein März-Test weg. Ohne Vorlaufzeit geht der Ernst des Fußballs los.

Heißer Start

In Fall Österreichs kommt mit Polen gleich die Mannschaft, die aus Topf 1 in Qualifikationsgruppe G gelost worden ist. Gespielt wird am Donnerstag, 21. März, in Wien (20.45 Uhr). „Da geht sich nur ein komplettes Training am Dienstag aus“, sagt Foda. Zumal manche Spieler noch am Sonntag im Einsatz sind, teils erst am Montag ankommen und dann regenerativ arbeiten. Am Freitag nach der Polen-Partie wird wieder Regeneration auf dem Programm stehen, am Samstag folgt der Abflug, weil am Sonntag das Duell gegen Israel mit Teamchef Andreas Herzog folgt.

Aber Foda will nicht jammern. „Wir haben intelligente Fußballer, die mit so etwas umgehen können und wissen, was sie machen müssen.“ Also setzt der 52-jährige Deutsche auf Kommunikation. Mit Arrivierten, aber auch mit Spielern, die bisher noch keine Partie im A-Team absolviert haben.

Kandidat Stöger

So wie Kevin Stöger. Der 25-jährige Mittelfeldspieler aus Oberösterreich ist im Sommer von Bochum zu Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gewechselt und hat im November den Schritt zum Stammspieler vollzogen. Er hat die letzten sieben Partien im Herbst durchgespielt. „Ich kenne ihn, ich habe ihn ja damals in Kaiserslautern trainiert“, sagt Foda. Vor fünfeinhalb Jahren kam Stöger dabei zu zwei Kurzeinsätzen. Foda: „Er hat anders gespielt. Er war ja damals noch sehr jung, und da machte man halt manche Dinge anders.“

Deutschland wird Reiseziel Nr. 1 sein. Die erste Bundesliga startet am Freitag, 18. Jänner, in die Rückrunde. Die zweite Bundesliga beginnt erst am 29. Jänner. Dort ist nicht nur der Kölner Louis Schaub im Fokus des Teamchefs, er nannte auch den Namen des Heidenheimers Nikola Dovedan. Im Vielfliegerprogramm ist aber auch England ein Fixpunkt. Dabei kann Franco Foda ein bisschen aufatmen, weil Marko Arnautovic aufgrund seiner Verletzungen pausiert hat, zuletzt aber wieder für West Ham am Ball war. „Marko ist ein Goalgetter, ein Leadertyp. Der ist ganz wichtig für uns“, lobt Foda.

Premier League - West Ham United v Brighton & Hove Albion

Nicht so gut schaut es bei Sebastian Prödl aus, der sich letzte Woche einer Arthroskopie im Knie unterziehen musste. „Das heißt aber nicht, dass er nicht dabei ist, vielleicht geht es sich aus“, sagt der Teamchef über den Innenverteidiger von Watford. Aber die Position, auf der Österreich momentan den hoffnungsvollsten Nachwuchs hat, ist die Innenverteidigung. Mit Stefan Posch bei Hoffenheim, Kevin Danso bei Augsburg und Philipp Lienhart bei Freiburg spielen drei in der höchsten deutschen Liga. Mit Maximilian Wöber soll einer von Amsterdam nach Sevilla wechseln.

Vorbeigeschaut wird auch bei Ashley Barnes, dem 29-jährigen Stürmer von Burnley, der eine österreichische Großmutter hat. Foda: „Die Unterlagen, damit er für uns spielen kann, sind eingereicht. Da ist alles im Laufen.“ Nicht vergessen sind auch zwei Zweitligisten: Andreas Weimann (14 Teamspiele zwischen 2012 und 2015) hat bei Bristol einen Stammplatz. Den hat Moritz Bauer bei Stoke zuletzt verloren. „Vielleicht wechselt er noch. Auf jeden Fall bekommt er einen neuen Trainer“, sagt Foda.