DFB-Team in der Krise, doch "der Trainer steht nicht zur Debatte"

DFB-Team in der Krise, doch "der Trainer steht nicht zur Debatte"
Sportdirektor Rudi Völler stellt sich hinter Bundestrainer Hansi Flick. Doch der Druck steigt.

Die deutsche Nationalmannschaft steckt ein Jahr vor der Heim-EM in einem hartnäckigen Tief. Nach einem 3:3 gegen die Ukraine gab es ein 0:1 in Polen. Vor dem Testspiel am Dienstag (20.45 Uhr/live RTL) in Gelsenkirchen gegen Kolumbien ist Deutschland seit drei Spielen sieglos. Auch die Ergebniskurve von Hansi Flick zeigt abwärts. Der Bundestrainer ist medial zunehmend in die Defensive gedrängt, DFB-Sportdirektor Rudi Völler musste demonstrativ Rückendeckung geben.

„Natürlich wird Hansi Flick Trainer bleiben“, sagte Völler am Sonntag in Frankfurt/Main. Das stehe „nicht zur Debatte.“ Flick sei „ein absoluter Toptrainer, der sich mit seinem Trainerteam jeden Tag Gedanken macht, wie wir nächstes Jahr eine gute Europameisterschaft spielen können.“ Auch Verbands-Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke würden diese Meinung vertreten, berichtete Völler, der auch einen Rücktritt von Flick ausschloss.

Dass die jüngsten Ergebnisse nicht spurlos am Teamchef vorbeigehen, sei jedoch klar. Nur vier Siege gab es in den vergangenen 15 Partien. Gegenwind zu bekommen sei laut Völler natürlich nicht schön, gehöre aber zum Geschäft dazu. „Das ist das Schicksal eines Trainers, ob in der Bundesliga oder in der Nationalmannschaft, da muss man etwas aushalten können - und das kann der Hansi.“

Flick selbst gab sich wiederholt zuversichtlich, dass Deutschland bald ein besseres Bild abgeben wird. „Im September wird alles ganz anders ausschauen“, kündigte der Bundestrainer am Montag an. „Dann sehen wir mit Sicherheit eine Mannschaft, die größtenteils dann auch für die EURO 2024 möglichst den Erfolg holen soll, den wir uns wünschen.“ Vom EM-Titel wollte Flick explizit nicht sprechen. Das Niveau von Nations-League-Sieger Spanien sei aber „unser Anspruch“.

Die Kritik am Auftreten des deutschen Teams sieht Flick als berechtigt. „Die Ergebnisse geben wenig Spielraum für etwas anderes.“ Man glaube aber an den eingeschlagenen Weg und habe Fortschritte gemacht. Gegen Kolumbien - die Südamerikaner liegen in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 17 deutlich vor der Ukraine (Platz 30) und Polen (23) - soll ein Sieg her.

Möglich machen soll dies in seiner Geburtsstadt Ilkay Gündogan. Beim 3:3 vor einer Woche in Bremen gegen die Ukraine hatte der Champions-League-Sieger wegen der Feierlichkeiten mit Manchester City noch gefehlt, beim 0:1 am vergangenen Freitag in Warschau gegen Polen wurde Gündogan noch geschont. Er soll nun die Geschicke im Mittelfeld lenken. „Wir sind froh, dass wir ihn haben“, sagte Völler. „Er wird sicherlich eine Top-Leistung abrufen.“

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