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Sport Fußball
05/18/2019

Das Titelduell Bayern vs. Dortmund elektrisiert Deutschland

Nach sechs Alleingängen der Münchner entscheidet sich die Meisterschaft am Samstag am letzten Spieltag.

Noch steht der große FC Bayern mit leeren Händen da. In der Champions League gab es ein frühes Achtelfinal-Out, im Cup-Endspiel wartet am 25. Mai mit RB Leipzig ein hungriger Gegner – und die Meisterschale ist vor dem letzten Spieltag auch noch nicht in München.

Es ist eine Situation, die die Bayern nicht kennen. Nach sechs dominanten, aber auch emotionslosen Alleingängen muss der Serienmeister beim Showdown mit Borussia Dortmund beweisen, dass der Klub auch ein Herzschlagfinale meistern kann.

Video: Abschiedsvorstellungen von Rafinha und Robben

Die Ausgangslage spricht freilich am Samstag für den Titelverteidiger, der es im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt selbst in der Hand hat, während die zwei Punkte zurückliegenden Dortmunder in Mönchengladbach gefordert und auf Schützenhilfe angewiesen sind (alle Spiele ab 15.30 Uhr).

Das Besondere dabei: Auch für Frankfurt und Mönchengladbach steht viel auf dem Spiel – für beide Klubs geht es noch um die internationalen Startplätze.

Dortmunder Fantasie

Besonderen Druck verspürt Bayern-Coach Niko Kovac dennoch nicht. „Im Winter haben wir gehofft, dass wir die Chance bekommen, am letzten Spieltag Meister zu werden. Jetzt haben wir sie“, sagt der 47-Jährige. Neun Punkte lag der FC Bayern in dieser Saison schon hinter den Dortmundern zurück.

Die Unwägbarkeiten des Fußballs, die irrwitzigsten Wendungen in letzter Sekunde, beflügeln die Fantasie und liefern den Dortmunder Machern die Basis für eine Psycho-Kampagne, die deren Chef Hans-Joachim Watzke seit einer Woche fährt. Angesprochen auf den ungewissen Ausgang, sagte er: „Das wollen die Deutschen doch alle haben.“

Die Hoffnungen der Dortmunder ruhen dabei auf Marco Reus. Der Kapitän kehrt nach seiner Rot-Sperre wieder zurück. „Mit Dortmund als Dortmunder Junge das Ding irgendwann einmal hochzuhalten, das wäre brutal schön, gigantisch“, sagt der Angreifer. Auch sein Sportdirektor Michael Zorc beschwört die Magie des Sports: „Es geht um Dynamiken, die entstehen. Wenn wir in Führung gehen würden, könnte das etwas auslösen.“

Alles oder nichts

Für die Münchner Stars, bei denen Arjen Robben seine Abschiedsvorstellung nach zehn Jahren im Bayern-Trikot gibt, ist es ein Alles-oder-nichts-Spiel. „So eine Situation hatten wir noch nicht“, sagt Ersatzkapitän Thomas Müller, der aber verspricht: „Wir wollen im eigenen Stadion von Anfang an zeigen, dass nur wir Meister werden wollen.“

Der Ligafünfte und der Ligasechste stehen in der Gruppenphase der Europa League, der Siebente muss in die Qualifikation. „Ich habe Platz acht grundsätzlich nicht in meinem Kopf, weil ich bis zum Schluss an meine Mannschaft glaube“, betonte Hütter. Hinter der Eintracht lauern noch der künftig von LASK-Coach Oliver Glasner betreute VfL Wolfsburg, Hoffenheim und Bremen.

Dagegen haben freilich etwas die vom Vorarlberger Adi Hütter betreuten Frankfurter. Ein Punkt würde der Eintracht reichen, um in der kommenden Saison wieder international vertreten zu sein. Mit einem Sensationssieg wäre bei derzeit einem Punkt Rückstand auf den Vierten Mönchengladbach und den Fünften Leverkusen sogar noch die Champions-League-Teilnahme möglich.