Sport | Fußball
24.11.2018

Copa-Superclasico: Der nicht ganz normale Wahnsinn

Das heißeste Spiel des Jahres: Die Boca Juniors und River Plate treffen im Finale der Copa Libertadores aufeinander.

Europa hat seinen Clásico zwischen Barcelona und Real, Südamerika kontert ganz einfach mit dem Superclásico. So wird das ewige Duell zwischen den argentinischen Rivalen Boca Juniors und River Plate aus Buenos Aires genannt. Das Stadtderby im Finale der südamerikanischen Champions League, der Copa Libertadores, elektrisiert die Fans.

Mehr als 50.000 Zuschauer kamen zum öffentlichen Abschlusstraining der Boca Juniors ins legendäre Bombonera-Stadion („Die Pralinenschachtel“). Sechs Mal gewannen die Boca Juniors bisher die Copa Libertadores, lediglich drei Mal war River Plate der südamerikanische Klubmeister.

Heute (21 Uhr/live auf DAZN) müssen die Boca Juniors im Final-Rückspiel der Copa Libertadores aber auf ihre verrückten Fans verzichten. Aus Sicherheitsgründen sind im Stadion von River Plate keine Gäste-Fans zugelassen, diese Regelung gilt in Argentinien schon seit 2013. Der Hintergrund sind regelmäßige Ausschreitungen mit Verletzten und Toten. Schusswechsel hat es bei dem emotional stets aufgeheizten Duell in der Vergangenheit auch abseits des Fußballfeldes gegeben.

Höchste Sicherheit

In den vergangenen zehn Jahren sind 138 Menschen umgebracht worden. Am Rande: Das Hinspiel endete 2:2. Die Ticketpreise sollen auf dem Schwarzmarkt auf fast 5000 Euro angestiegen sein, rund um das Rückspiel werden 2100 Polizisten im und um das Estadio Monumental (Finalstadion der WM 1978) im Einsatz sein. In einer Woche findet in Buenos Aires der G-20-Gipfel statt, was in der Stadt niemanden interessiert angesichts des Spiels.

Im Vergleich zur europäischen Champions League spielt die südamerikanische Copa Libertadores pekuniär bestenfalls in der Regionalliga: Während die UEFA in ihrem Vorzeigebewerb jährlich über zwei Milliarden Euro an die Klubs ausschüttet, ist das Füllhorn des Kontinentalverbandes CONMEBOL mit knapp 90 Millionen Euro keineswegs prall gefüllt. Auf dem Weg ins Endspiel haben die Boca Juniors und River Plate bisher 4,35 Millionen Euro eingenommen, der Gewinner kann seine Einkünfte verdoppeln. Dennoch ein Hungerlohn im Vergleich zu Champions-League-Gewinner Real Madrid, der 88,6 Millionen Euro für den Triumph kassiert hat. Selbst Salzburg nahm in der vergangenen Europa-League-Saison deutlich mehr Geld ein.